Der Frühling liess dieses Jahr auf sich warten und das zahlt sich nun auf vielen Alpen aus – das stets  nachwachsende, junge Gras verursacht uns einen ertragreichen Sommer. Immer wieder hören wir, was für Massnahmen ergriffen werden, wenn die  Milch so reichlich fliesst, dass sie im Käsekessi nicht mehr Platz hat. Dort, wo es die Zufahrt erlaubt, wird die überschüssige Milch in ins Tal geführt. Andere helfen sich aus, in dem sie abends ein zweites  Mal käsen – ein zusätzlicher Arbeitsaufwand der nicht zu unterschätzen ist. Mit dem Käsen ist es meistens nicht getan, auch die  Arbeitszeit im Keller nimmt umso schneller zu. Nicht so beliebt, aber manchmal unumgänglich, ist das „Zuehidicke“. Dabei wird, die anfallende Milch, die nicht mehr im Käsekessi  Platz hat, in einem zusätzlichen Gefäss „z`Dicke gleit“ (eingelabt) und später der Käsemasse im Kessi beigefügt. Dabei läuft nicht immer alles rund, es ist eine Herausforderung, trotzdem einen gleichmässigen „Bruch“ (Käsekorn) zu erreichen. Ich bin jeweils erleichtert, wenn ich soweit bin und das Rührwerk zum Vorkäsen in Gang setzen kann. Es ist einmal mehr ein Vorgang, bei dem gute Teamarbeit gefragt ist. In diesem Bereich bin ich, wie immer, bestens unterstützt durch meinen  ruhigen und besonnenen Ehemann Alfred.