Mit zwanzig Hühnern und zwanzig Alpschweine ist der kleine Alpaufzug auf die Alp „Mittlist Morgeten“ bereits gemacht. Die Kühe und „Hornochsen“ haben sich  noch zehn Tage zu gedulden.
Die „Bise“ bläst kalt um die Hüttenecken -und wenn sich die Hühner in den Wind stellen, zerzaust es ihnen das Gefieder arg. Letzte Nacht  fiel das Thermometer auf null Grad, das Gras wächst zaghaft.
 Die ersten 40 Gäste wurden bewirtet, das erste  „Hornmilch“- Alpkäsefondue ist  verzehrt.
Aus einer Mischung aus Hobelkäse, letztjährigem Alpkäse und einem jungen Schmelzkäse lässt sich ein vortreffliches Fondue herstellen.
Die Hühnereier und der Alpkäse sind die idealen Beilagen in den Menues, -wenn jemand, mit von mir nur mit Bedingtheit akzeptierten Gründen, auf einer Alp ein vegetarisches Menü wünscht.
Denn die traditionelle Alpwirtschaft produziert,  ganz standortgerecht- und mit einem absoluten Minimum an Fremdenergie, aus für die Menschen ungeniessbarem Gras einen schmackhaften und gesunden  Alpkäse, wogegen, die bevorzugten Ingredienzien der Vegetarier, nämlich Getreide und  insbesondere das Gemüse, in den Höhenlagen unserer Alpen noch spärlicher zu wachsen pflegt, als zur Zeit das Gras für unsere Kühe. 
Bei einer Weidenutzung der Alpen ohne Wiederkäuer , würden auch die noch radikaleren “Veganer“, -die um jedes tierische Produkt einen Bogen machen wie der Teufel ums Weihwasser, feststellen, dass „ in’s Gras beissen “ für den Menschen eine Redewendung mit negativer Kognition ist.
Den Kühen bekommt diese Ernährung allerdings vorzüglich, denn sie sind mit ihren vier Mägen auch entsprechend dafür ausgestattet. Es stehen ihnen auf unserer Alp über sechzig verschiedene Pflanzen zur Verfügung  mit einer Unzahl  verschiedenster aromatischen Verbindungen und essentiellen Fettsäuren, die sich anschliessend auch im Käse wiederfinden.
Christian Haueter