Eben haben wir noch Zäune umgesteckt und Guschti eingestallt, eben lief Andy am frühen Morgen noch ganz bis zum See runter um die Milchkühe zu holen, eben mussten wir noch den Käse kehren unter der Presse…und jetzt sind sie nach Hause, unsere lieben Kühe. Alpabzug am 1. September. Am Tag vorher haben wir den Wasserschlauch und den Striegel hervorgeholt und die Tierli geputzt. Dann das letzte Mal abschorren, anrüsten, melken, fugen. Der letzte Käse, der letzte Rahm. Schön wars!

Die Puure sind hochgekommen auf die Alp, haben den Käse bestaunt und dem Senn gedankt. Man hat über den Sommer geredet und wie hoch das Gras war und wie trocken die Tage. Und dann haben sie ihren Kühen gerufen und sind mit einem Juz voran, ins Tal hinab. Und wir chli wehmütig hingedri. Froh, dass alles gut gegangen ist, aber au chli traurig, dass die Chüejerzeit schon wieder vorbei ist. Jetzt ist es ruhiger am Berg. Im Stall stehen bereits wieder Stiefel und Schaufeln statt Kühe, das Milchgeschirr ist versorgt, das Käsekessi geputzt. Nun gibts wieder Milch aus der Packung. Zum Glück sind no chli Guschti da und die Mutterkuhherde bleibt auch noch etwas.

Von unseren Säuli mussten wir uns auch verabschieden, die sind am Sonntag losgezottelt. Sechs gesunde, feisse, zfridni Säuli. Zum Glück haben sie nicht gewusst, wer sie auf der Vorderstockenalp abholt, sonst wären sie wohl nicht so vertrauensvoll ihrem Chef nachgelaufen.

Jetzt ist der Herbst da. Das Abendlicht ist anders, die Morgenstimmungen auch. Kühler, länger dunkel, goldener. Die kommenden Wochenenden ist das Massenlager ausgebucht und das gute Wetter scheint ja zu bleiben.

Letzte Woche sind Vertreter vom casalp Verband gekommen, um den Käse zu taxieren. Es wurden Aussehen, Teig, Lochung, Geschmack geprüft und dann Punkte vergeben. Z’Maximum durfte der Senn entgegen nehmen. Das ist eine Freude, wenn die Arbeit so belohnt wird.

Eine gute Nachricht gibt’s auch noch vom Guschti, dass ins Tal ausgeflogen worden war – die Klaue heilt, das Tier gesundet. Wir sind froh. Bei einer Sehnenentzündung wäre wohl bald der Metzger gekommen.

Nun geht’s ans Zäune räumen und ablegen, ans Steine zusammenlesen und Weide planieren. Hinter dem Stall wird noch betoniert und geholzt, drinnen geputzt und geräumt. Bis Mitte Oktober bleibt die Oberstockenalp aber sicher offen!