Ein paar Worte aus unserem Kraftraum

„Schreib wieder mal etwas über Käse,“  sagte Martina gestern zu mir, „eigentlich geht es bei diesem Blog doch um Alpkäse und nicht um wild gewordene Hühner…“ Sie hat Recht. Jetzt sind unsere letzten Tagesgäste auf dem Weg zur Seilbahn und bis zum Abendmelken bleibt noch ein wenig Zeit. Jetzt also schnell etwas über Käse schreiben.

Vieles fällt in der zweiten Hälfte der Alpsaison leichter. Die Kühe geben weniger Milch, die Milchkannen sind nicht mehr ganz so voll (ihr erinnert euch…), alle Handgriffe sitzen besser und man verschwendet keine Energie mehr mit unnötigem Hin- und Herlaufen. Und jetzt? Kafi Steistoos trinken und die Aussicht geniessen? So weit kommt’s natürlich nicht, denn im Käsekeller, dort wo unsere Schätze lagern, dort wird die Arbeit immer mehr. Jeden Tag kommt neuer Käse dazu und dieser will sorgfältig gepflegt sein. Unser Alpkäse wird täglich gewendet und mit Salzwasser eingerieben. Nur so bekommt er eine gepflegte, schöne Rinde und sein cheibe chüschtiges Aroma.

Das ist eine schöne Arbeit, man hält jeden Tag das Resultat seiner Arbeit in den Händen. Sieht, wie der Käse reift und sich verändert. Erinnert sich an einzelne Tage („das isch de Chäs, wo du de ganz Morge so verruckt gsi bisch…“) und freut sich auf den Moment in zwei, drei Jahren, wenn er dann schlussendlich auf dem Hobel landet.

Aber eben, es ist auch anstrengend. Schliesslich wuchtet man jeden Tag ein paar Hundert Kilo Käse durch den Keller. Es soll Leute geben, die dafür bezahlen, Gewichte zu heben. Haben wir nicht nötig. Wir werden sogar noch dafür bezahlt. Martina hat heute ein paar Fotos für euch gemacht und sich dabei köstlich amüsiert.

En Gruess us em Chäs-Chäller, da hat es angenehme 15 Grad und 85% Luftfeuchtigkeit. Bei euch so?

Efraim