Liebe Sonntagmorgen-Langschläfer, diesen Sonntag haben Sie definitiv etwas verpasst! Ich war sehr erschöpft und konnte mich kaum zum Bett raus in den Stall zwingen. Noch schlaftrunken schlurfte ich raus, war dann aber innert weniger Sekunden hellwach. Eine fantastische Stimmung! Die Sonne war im Begriff aufzugehen, ein Gewitter am aufziehen und zusammen ergab dies ein fantastisches Bild! Staunend stand ich da und konnte den Blick nicht vom gelb-orange-roten Himmel abwenden. Klar, da musste ich nochmals zurück um die Fotokamera zu holen. Schauen Sie sich die Bilder an!

Nachdem die 40 Kühe alle am Platz waren, folgte die tägliche Melkroutine. Von Routine kann man zwar kaum sprechen, denn immer ist wieder etwas anders. Eine Kuh hat eine Blase am Euter, eine andere muss mit Salbe behandelt werden, eine ist “stierig” und spinnt ein bisschen oder hat ein Horn abgeschlagen… Da heisst es bei der Sache sein! Natürlich muss das Melkaggregat auch sofort weggenommen werden, sobald keine Milch mehr kommt. Schliesslich beginnt alles im Stall und sauberes, zügiges Melken ist sehr wichtig. Aus schlechter Milch kann auch der beste Käser keinen Top-Käse produzieren! Daher sind auch im Stall gewisse Hygiene-Regeln einzuhalten. Vor dem Melken ziehen wir von Hand immer ein wenig Milch raus und kontrollieren diese im Vormelk-Becher. Auf dessen schwarzer Oberfläche sehen wir Unregelmässigkeiten (Verdickung, Flocken) sofort und bringen die Milch nicht in die Käserei. Anschliessend putzen wir die Zitzen mit Feuchttüchern.

Einmal im Monat kommt der Milchwäger Alfred. Er notiert die Milchmenge pro Kuh (was für die End-Rechnung wichtig ist) und nimmt eine Probe. Ein paar Tage später kommt das Resultat per Post. Das ist immer ein spannender Moment. Massgebend für uns ist hauptsächlich die Zeile mit der Zellzahl. Ist diese hoch (150 und höher) liegt eventuell ein Problem vor und die Kuh muss im schlimmsten Fall mit Antibiotika behandelt werden. Dies versuchen wir natürlich stets zu verhindern, denn diese Milch kann dann für mehrere Tage nicht verwendet werden.

Sie sehen, Stallarbeit ist gar nicht so ohne… Aber ich schaffe es immer wieder, dann können Sie das bestimmt auch! Versuchen Sie es mal! 🙂

Beste Grüsse von der Site

Nadja