Wie kommt man dazu, Älpler zu werden?

von Livia Bühler

02.03.2021

Meine Geschichte, wie ich auf die Alp gekommen bin, ist eigentlich eine Familienchronik. Aber lest selbst …

Unsere Alp ist Familiensache

Um diese Frage zu beantworten, könnte man wohl in unserem Falle eine Familienchronik schreiben. Die Oberstockenalp ist seit ungefähr 1700 im Besitz unserer Familie, und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Das Bild der Oberstockenalp ist ungefähr 1930 entstanden. Zu dieser Zeit wurde sie von meinem Urgrossvater bewirtschaftet.

Mein Vater wuchs also auch schon im Alpbetrieb auf. Er hat zwei ältere Brüder und zwei jüngere Schwestern, aber irgendwie war es schon immer klar, dass er derjenige wäre, der den Betrieb einmal übernehmen würde. Meine Urgrossmutter pflegte zu sagen, dass er der geborene Älpler sei. Und schliesslich kam es auch so, dass mein Vater vor 31 Jahren den Alpbetrieb übernommen hat, zusammen mit seiner Frau Vreni, meiner Mutter.

Das Älplerdasein ist ein Privileg

Meine Geschichte ist ähnlich: Ich bin auch auf der Alp aufgewachsen, habe bis zum Schulabschluss durch den Sommer mehr Zeit auf der Alp verbracht als im Tal. Noch heute verbringe ich von meinen freien Tagen während der Alpsaison mehr Zeit am Stockhorn als sonst wo. Beruflich habe ich eine total andere Laufbahn eingeschlagen. Aber im Herzen bin und werde ich wohl auch immer ein bisschen Älplerin sein. Ich empfinde es als enormes Privileg, an so einem schönen Ort mitten in der Natur zu leben und zu arbeiten.

Jeder hat unterschiedliche Gründe

Wenn man unsere Angestellten fragt, warum sie einen Sommer auf einer Alp verbringen möchten, kommen unterschiedliche Antworten. Für die einen war es schon immer ein Traum, für die andern ist es der Wunsch, der Hektik und dem Berufsalltag «unten» zu entkommen. Wiederum andere haben eine landwirtschaftliche Ausbildung, und für diese ist die Arbeit auf einer Alpwirtschaft die logische Wahl.

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