Ein Meer von braunen Kühen …

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von Jessica und Raphael Rinnerthaler | Moosbühlen

15.12.2025

Der Einstieg auf der neuen Alp war hart. So viele neue Menschen, Gesichter und Geschichten. So viele neue Tiere – und fast ausnahmslos braune: Vierzig Milchkühe, eine Herde Kälber und knapp sechzig Guschti und Mutterkühe.

Die ersten paar Tage schwimmt man einfach mit. Wird einfach mitgerissen von dieser braunen Herde und ihrem Rhythmus. Mit jeder Melkzeit, mit jedem Tränken, mit jedem Salzbringen und mit jedem Tag wurde die grosse, braune Herde durchschaubarer: Aus den Nummern wurden Namen und zu den Namen kamen Charaktere dazu und mit dem Verlauf vom Sommer Geschichten.

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Ich finde, das ist etwas vom Schönsten, was man auf der Alp erleben kann: Wenn die neue Herde Vertrauen fasst. Wenn die Tiere kommen, wenn man sie ruft. Und wenn man die einzelnen Kühe kennt. Da gibt es lustige Kühe, die immer Unsinn im Kopf haben. Da gibt es „Chefinnen“ (Genau du, Freudi!), junge Gangs (Ja, ja, Katja und Bande), Freundinnen, ganz Brave (Ja das bist du, Blüemli) und natürlich  habe ich auch eine Lieblingskuh gefunden (Duibi ja du!). Am Ende vom Sommer ist es kein Kuhmeer mehr. Wir haben uns von jeder einzelnen verabschiedet.

Der Sommer war sehr abwechslungsreich und ist trotz der langen Alpzeit vergangen wie im Flug. Es gab tolle Momente, wie da, wo ich beim Guschti kontrollieren ganz oben unterhalb einer Felswand stand und dann ein Bartgeier direkt über mich hinweggeflogen ist. Gänsehaut pur. Oder der schreckliche Moment, wo ich am Morgen beim Kühe holen von einem Gewitter überrascht worden bin. Kurzum: Die Tage waren sehr intensiv und arbeitsreich und die Nächte kurz.

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Wenn wir es in zwei Worte fassen müssten: Wir sind mit enormem Schlafmangel und unendlicher Dankbarkeit heimgekommen.

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