Auf der Alp sind Strom und Wasser nicht so selbstverständlich vorhanden wie im Tal. Strom ist nur begrenzt verfügbar. Und wenn zu wenig Wasser rinnt, stellt das den ganzen Alpbetrieb vor grosse Herausforderungen.
Wasser
Wie wertvoll Wasser ist, wird einem erst bewusst, wenn es knapp wird. Zum Beispiel im Sommer 2023: Da brachten wir Wasser mit Milchkannen auf die Alp hinauf – weil es sonst einfach nicht gereicht hätte. Zur gleichen Zeit landeten auf anderen Alpen bereits Helikopter mit Wassertanks – wir kamen also noch glimpflich davon. Ein grosser Teil vom Wasser, welches wir auf der Alp brauchen, ist Trinkwasser für die Tiere. Damit wir das vorhandene Wasser nicht verschwenden, fliesst es auf dem Weg ins Tal immer durch mehrere Brunnen. Es ist auch von Vorteil, wenn es auf jeder Weide mehrere Brunnen für die Tiere gibt. Wo Wasser besonders rar ist, stellen wir Brunnen mit Schwimmern auf. Bei diesen Brunnen fliesst das Wasser nicht am offenen Hahn hindurch, sondern wird bei zu tiefem Wasserstand automatisch wieder aufgefüllt.
Auch im Stall und in der Käserei brauchen wir viel Wasser. Den Stall spritzen wir einmal am Tag gründlich raus. Seit dem Einbau eines Hochdruckreinigers geht das schneller und wassersparender als mit dem Rinnsal aus dem Schlauch. Das Waschen der Rohrmelkanlage und der ganzen Käsereigeräte und der Käserei braucht täglich auch viel Wasser. Zusätzliches Wasser für die Käseherstellung brauchen wir, wenn wir Raclette und Mutschli machen. Bei beiden Käsesorten wird ein Teil der Molke mit Wasser ersetzt.
Der Anteil an Wasser, den wir auf der Alp im Haushalt verbrauchen, ist im Vergleich gering. Eine erfrischende Dusche nach einem langen Alptag muss schon drinliegen – schliesslich möchten wir am nächsten Morgen wieder sauber am Chessi stehen :-)
Nicht immer sprudelt das Wasser so aus dem Boden wie hier!
Ressourcen sind auf der Alp nicht immer verfügbar: Meistens muss man improvisieren!
Strom
Auf einer Alp unserer Grösse ist Strom unverzichtbar. Zweimal täglich läuft das grosse Stromaggregat für die Melkmaschine. In dieser Zeit wird auch ein Boiler aufgeheizt und eine Autobatterie aufgeladen. Dadurch haben wir frühmorgens und auch am Abend Licht in der Stube und in der Käserei. Auch das Rührwerk zum Käsemachen läuft über diese Batterie. An einer einzigen Steckleiste laden wir während den Melkzeiten Taschenlampen und Handys auf. Ist das Stromaggregat aus, gibt es für den Rest vom Tag keinen Strom mehr aus der Steckdose. Man gewöhnt sich schnell daran, dass der Strom nur begrenzt zur Verfügung steht. Im Herbst daheim dauert es dann dafür eine Zeit lang, bis man nicht ständig denkt: „Dieses und jenes mach ich dann während dem Melken, weil da haben wir dann Strom!“