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Nachhaltigkeit auf der Oberstockenalp

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von Livia Bühler | Oberstockenalp

18.03.2026

Wenn man über den Begriff «Nachhaltigkeit» nachdenkt, fällt einem als Erstes vielleicht der ÖV anstelle des Autos oder eine vegane Ernährung anstelle von Fleisch ein.

Nachhaltigkeit umfasst jedoch viele unterschiedliche Aspekte. Auch bei uns auf der Oberstockenalp ist sie ein wichtiger Teil des Alplebens – egal ob es um soziale, wirtschaftliche oder ökologische Nachhaltigkeit geht.

Soziale Nachhaltigkeit

Als Erstes möchte ich auf die soziale Nachhaltigkeit eingehen. Meine Familie bewirtschaftet seit vielen Generationen unsere Alp am Südfuss des Stockhorns. Auch meine Generation – mit mir und meinen Geschwistern – hat immer auf die eine oder andere Art im Betrieb mitgeholfen, genauso wie es bereits die Generation rund um meinen Vater getan hat.

Zum Betrieb gehört auch eine Gemeinschaft von langjährigen Partnern und Helfern. Unsere Milchkühe zum Beispiel kommen seit jeher vom gleichen Bauern, der nur wenige hundert Meter vom Haus meiner Eltern im Tal entfernt wohnt. Einige Angestellte bleiben über mehrere Jahre im Betrieb. Zudem gab es immer wieder die Möglichkeit, interessierte Personen aus dem sozialen Umfeld meiner Familie anzustellen.

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Teamwork beim Stärnebettabbau

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Schonender Umgang mit Ressourcen

Mein Eindruck ist, dass bei uns auf der Alp besonders sorgfältig mit Ressourcen umgegangen wird. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass alles Material, das nicht wie der Käse oder andere Milchprodukte direkt auf der Alp entsteht, mit der Transportgondel transportiert werden muss. Zudem gibt es keinen anderen Weg, als zu Fuss zur Alp zu gelangen.

Trinkwasser wird aus unserer eigenen Quelle aufbereitet. Auch die Tiere werden aus verschiedenen Quellen oder mit aufgefangenem Regenwasser getränkt. Früher wurde ein grosser Teil des Stroms über Solarpanels produziert, mittlerweile sind wir zusätzlich an das Stromnetz angeschlossen. Das Abwasser wird in der eigenen Kläranlage aufbereitet.

Regionale Lebensmittel

Auch bei den Lebensmitteln – sowohl für unsere eigenen Mahlzeiten als auch für die unserer Gäste – legt Vreni, die sich hauptsächlich um die Küche kümmert, grossen Wert auf lokale und frische Produkte.

Das Fleisch kommt zu grossen Teilen vom lokalen Metzger, darunter manchmal sogar Stücke von den auf der Alp aufgezogenen Schweinen. Auf dem Teller und in der Tasse landen häufig selbst hergestellte Milchprodukte wie Butter, verschiedene Käsesorten, Milch oder Rahm.

Früchte stammen teilweise von unseren eigenen Obstbäumen im Tal. Dazu kommt Gemüse von einem lokalen Produzenten aus Reutigen, der sein Gemüse in einem Abo anbietet. Brot beziehen wir von der Bäckerei in Erlenbach, die wiederum einen Teil ihres Mehls von der lokalen Mühle bezieht. Getränke kommen von einem Lieferanten aus dem Nachbardorf, und verschiedene Produkte stammen aus der SAH Kräuterei in Weissenburg.

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Lokale Produkte auf dem Zmorgetisch

Da wir durch unser Berggasthaus weit mehr Menschen als nur uns selbst verpflegen, reichen diese lokalen Lieferanten nicht immer aus. Deshalb beziehen wir einen Teil der Produkte auch über die Prodega. Aber auch dort achten wir möglichst auf Saisonalität und Regionalität.

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Lokale Produkte auf dem Zmorgetisch

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Wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Auch im Sinne der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit spielt die Zusammenarbeit mit anderen Betrieben eine wichtige Rolle. Im Stockhorngebiet profitieren beispielsweise die Stockhornbahn, das Trottibiken und unsere Alpkäserei gegenseitig voneinander.

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Bei den Bauarbeiten für unser grosses Bauprojekt wurden möglichst lokale Handwerksbetriebe engagiert. Auch mit den lokalen touristischen Organisationen pflegen wir einen Austausch. Weitere Aufträge, wie das Waschen unserer Wäsche, das wir auf der Alp nicht leisten können, vergeben wir ebenfalls an einen Betrieb aus der Region.

Was für mich Nachhaltigkeit bedeutet

Viele dieser Dinge entstehen auf der Oberstockenalp nicht aus einer grossen Nachhaltigkeitstrategie heraus, sondern einfach aus der Art, wie hier seit Generationen gearbeitet und gelebt wird. Kurze Wege, Zusammenarbeit mit Menschen aus der Region und ein bewusster Umgang mit dem, was man zur Verfügung hat, gehören ganz selbstverständlich zum Alltag. Genau das ist für mich Nachhaltigkeit: Bedachte Entscheidungen treffen und dabei möglichst auf soziale und regionale Verträglichkeit sowie auf kurze Wege achten.

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