Gutschi auf der Alp_Schweizer Alpkaese_neu

Bei den Guschti: Mit Herz und Verantwortung auf der Alp

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von Jessica und Raphael Rinnerthaler | Moosbühlen

24.09.2026

Guschti nennt man in der Schweiz junge Rinder. Während des Alpsommers leben sie auf grosszügigen, oft abgelegenen Weiden und bewegen sich dort frei in ihrem natürlichen Rhythmus. Trotzdem sind sie keineswegs sich selbst überlassen. Regelmässig machen wir uns auf den Weg zu ihnen, kontrollieren die Herde und schauen jedes einzelne Tier genau an. Ein Kontrollgang dauert meist rund zwei Stunden und erzählt viel über Tierwohl, Vertrauen und den ganz normalen Arbeitsalltag auf einer Schweizer Alp.

Unsere Guschti verbringen den Alpsommer auf weitläufigen, abgelegenen Weiden. Damit es dem Jungvieh gut geht, werden die Tiere regelmässig kontrolliert. Ein Kontrollgang zeigt, wie viel Aufmerksamkeit, Erfahrung und Verantwortung hinter dem freien Leben auf der Alp stecken.

Unsere Guschti (das Jungvieh) verbringen den Sommer auf den abgelegensten Weiden der Alp. Dort führen sie ein sehr wildes, freies Leben ganz nach ihrem natürlichen Rhythmus.

Jeden zweiten Tag breche ich auf, um nach ihnen zu sehen. Schon nach kurzer Zeit auf der Alp wissen sie ganz genau, wer ich bin und, dass ich für sie zuständig bin. Mit der Zeit muhen sie schon von Weitem, sobald sie mich sehen. Manchmal sind sie ganz mit Grasen beschäftigt und bemerken mein Kommen nicht. Oft sind sie auch auf einer riesigen Fläche verteilt. Dann rufe ich ihnen schon von Weitem zu. Es berührt mich jedes Mal auf´s Neue, wenn eine nach der anderen den Kopf hebt, schaut und dann im Galopp angerannt kommt.

Gutschi auf der Alp_Schweizer Alpkaese

Als erstes verteile ich etwas Salz auf mehreren Felsen. Das sieht man auch zu Beginn des Videos. Das Salz ist nicht nur eine feine Nascherei für die Guschti, sondern auch wichtig für ihre Gesundheit. Ich bringe ihnen immer etwas davon mit.

Sobald ich die ersten Tiere sehe, beginne ich mit zählen. Zu wissen, dass alle da sind, ist das Allerwichtigste. Auch der Gesamteindruck der Herde ist mir wichtig: Sind die Tiere ruhig und zufrieden? Gibt es irgendwo Unruhen? Bleibt ein Tier abseits? Sobald ich alle habe, nehme ich mir Zeit, jedes einzelne Tier „zu besuchen“. Was macht es für einen Eindruck? Fällt etwas auf? Gibt es Veränderungen? Besonders achte ich dabei auf Beine, Klauen, Euter, Augen, Ohren, Hörner und Schwanz. Manche Tiere geniessen diese Aufmerksamkeit und lassen sich kraulen und streicheln. Andere bleiben etwas zurückhaltender. Das ist auch in Ordnung.

Wenn alles gut geht, bin ich nach ungefähr zwei Stunden wieder zurück bei der Hütte. Wenn ein Zaun geflickt werden oder ich ein Tier suchen muss, kann der Besuch beim Jungvieh sehr viel länger dauern. Zum Glück ist meistens alles in Ordnung. Wenn nicht, gilt es rasch zu handeln und allenfalls Hilfe zu verständigen.

Ganz wichtig: Mein Rucksack! Immer mit dabei sind die Tierliste und ein Notizbuch, Stift, Sackmesser, Strick, Stromprüfgerät, Handy und ein blaues Spray zum Behandeln kleinerer Verletzungen bei den Tieren. Diese Ausrüstung hat mir schon manch zusätzliche Runde erspart! Denn obwohl ich die Kontrollgänge zum Jungvieh sehr gerne mag: Auf eine Extrarunde kann ich bei unseren langen, anstrengenden Arbeitstagen auf der Alp gerne verzichten :-)

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