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Was rund um die Oberstockenalp alles lebt und blüht

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von Livia Bühler | Oberstockenalp

04.06.2026

Wer zur Oberstockenalp unterwegs ist, entdeckt oft mehr als nur den Wanderweg und die Aussicht. Rund um die Alp gibt es unzählige Tiere, seltene Pflanzen und kleine Besonderheiten, die schon nur den Weg zur Alp zu etwas Aussergewöhnlichem machen.

“E biz nebe usse”

Einer der Gründe, warum es mir auf der Oberstockenalp so gut gefällt, ist, dass es «e biz nebe usse isch». Weder hat es eine Zufahrtsstrasse, noch kann man direkt mit einer Gondel bis zu uns gelangen. Man muss nach der Auto- oder Gondelfahrt (je nach Weg) noch einen etwa halbstündigen Fussmarsch auf sich nehmen. Genau dadurch sieht man ganz viele Sachen, die man vielleicht sonst nie entdecken würde.

Krokuspracht

Krokuspracht

Hase

Hase

Tierbegegnungen rund um die Alp

Ein erstes Beispiel: Gestern sind wir am Abend nach getaner Arbeit – wir gehen alle ausserhalb der Alpsaison, die bald beginnt, einem anderen Beruf nach – zu zweit noch hoch zur Oberstockenalp. Auf der Autofahrt zum Wanderwegstart berichtete mir Werner, dass er tags zuvor auf der Strasse eine Schlange gesehen habe, dazu mehrere Dachse und auch einen Hasen. Auch ich sah an diesem Abend einen Hasen (das Bild ist allerdings von einem anderen Tag).

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Wer sagt, dass Gämsen nicht gerne wandern? Aufgenommen am Strüssligrat

Direkt am Wanderweg gibt es noch Spuren von Wildschweinen, die letztes Jahr zünftig ihre Zeichen hinterlassen haben. Bei der Alphütte angekommen, sahen wir mehrere Gämsen und den Milan aus nächster Nähe. Dazu hört man immer wieder das «Guggugg» der Kuckuck-Männchen.

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Gämsen am Stockhorn

Ich durfte rund um die Oberstockenalp schon viele schöne Tierbegegnungen erleben. So konnte ich grosse Gamsherden beobachten, aber auch einzelne Tiere, darunter auch Jungtiere, aus nächster Nähe.

Murmeli sind mir ebenfalls schon fast vor die Füsse gelaufen.

Alpensalamander

Rägemoli (Alpensalamander)

Bei etwas nasserem Wetter freue ich mich jedes Mal, wenn ich einem «Rägemoli» (Alpensalamander) begegne.

Gänsegeier

Gänsegeier über dem Strüssligrat

Von den Gänsegeiern, die manchmal im Stockhorngebiet auftauchen, bin ich jedes Mal fasziniert. Die grossen Vögel haben eine deutlich grössere Flügelspannweite, als ich gross bin.

Steinadler

Steinadler

Einmal haben ein Steinadler und ich uns gegenseitig erschrocken, zum Glück hatte ich da die Kamera in der Hand. Was ich gerne noch einmal sehen möchte, sind die Steinböcke, die es seit der Ansiedlung vor einigen Jahren am Stockhorn wieder gibt.

Bergfrühling und Blumenvielfalt

In den vorigen Abschnitten habe ich nur von Tieren berichtet. Aber auch die Flora ist aktuell besonders schön. Der Bergfrühling bringt jeweils eine regelrechte Farbexplosion mit sich. Sobald sich der Schnee zurückzieht, sieht man die weissen und violetten Krokusse sowie die lustigen Soldanellen mit ihren Hütchen. Von da an wird alles grüner und weitere Blumen beginnen zu spriessen.

Aktuell ist besonders viel Gelb zu sehen: Es blühen unzählige Alpen-Schlüsselblumen, dazu kommen die ebenfalls gelben Hahnenfüsse und «Ankebäueni».

Schluesselblume

Alpen-Schlüsselblume

Neben der Alphütte habe ich heute auch Vergissmeinnicht entdeckt – neben dem Schneeglöggli und dem «Ghaarigen Mandli» (der Alpenanemone) eine meiner Lieblingsblumen. Die Ghaarigen Mandli sind besonders: Zuerst haben die Pflanzen eine schöne weisse Blüte, bevor sie sich in die haarige Form verwandeln, die ihnen ihren Namen gibt.

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Ghaariges Mandli mit Blüte (Alpenanemone)

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Ghaariges Mandli

Edelweiss gibt es im Gebiet ebenfalls – wo, verrate ich allerdings nicht, da sie manchmal gepflückt werden und dann keine mehr nachwachsen. Die am besten duftende Pflanze ist für mich auf jeden Fall das Männertreu (Kohlröschen), das einen intensiven Vanilleduft verströmt.

Schön finde ich auch die seltene Türkenbundlilie, die in der ganzen Schweiz geschützt ist und nicht überall wächst. Den Preis für den lustigsten Namen gewinnt für mich die nacktstänglige Kugelblume.

Wer etwas findet, das an einen Pinsel erinnert – das ist der Korbboden einer Silberdistel. Als Kinder haben wir diese manchmal gesammelt, besonders wenn sie ganz geblieben sind.

Bei uns gibt es auch haufenweise Pflanzen, die essbar sind oder zu Tee verarbeitet werden können: Frauenmänteli bei «Frauenbeschwerden», Muttechölm (Bergthymian) für Tee, Brennnesseln zum Essen und vieles mehr. Vor ein paar Jahren gab es bei uns am Berg sogar einmal einen Meertrübelistrauch (Johannisbeerstrauch), der mittlerweile allerdings eingegangen ist. Von wo dieser kam, können wir bis heute nicht sagen.

Tuerkenbundlilie

Türkenbundlilie

Sorge zur Natur tragen

Zum Schluss: Bitte tragt Sorge zu unserer Natur. Viele Pflanzenarten sind geschützt und können problemlos auch bewundert werden, ohne gepflückt zu werden. Wildtiere sollten ebenfalls mit dem nötigen Respekt behandelt werden. So gibt es nicht ohne Grund vielerorts eine Leinenpflicht.

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Murmeli

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Gämse

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