Bei uns auf der Alp dreht sich alles um Milch und Käse, das ist klar. Aber eigentlich geht es auch um ganz viel Holz.

 

 

Wenn wir auf der Alp vom «Holz» reden, meinen wir damit eigentlich immer das Holz der Fichte oder Rottanne (Picea abies). Die Fichtenwälder reichen bis weit hinauf zu unserer Hütte. Ihre Wurzeln geben dem Untergrund Halt und Stabilität. Im Winter bremsen sie Lawinen. Und dem Vieh dienen sie im Sommer zum Schutz vor Sonne und Regen. Aber das ist noch weit nicht alles, was dieser Baum uns zu bieten hat. Wir brauchen sein Holz …

… zum Bauen

Die ganze Alphütte samt Stall, Käserei und Käsekeller wurde aus Fichtenholz gebaut. Es ist reichlich vorhanden und stammt direkt aus der Umgebung.

… zum Käsen

Wir stellen Berner Alpkäse traditionell über dem Holzfeuer her. Das heisst, dass wir zum Erhitzen der Milch beziehungsweise vom Käsebruch unter dem Chessi ein Feuer entzünden. Früher (und in alten Hütten nach wie vor) wurde auf offener Feuergrube gekäst. Wir haben hier auf Vorder Menigen nun eine ummantelte Feuergrube. Um 500 Liter Milch auf 52°C zu erhitzen braucht es viel Holz. Wir schneiden und spalten das Holz jeweils im Herbst in grobe Stücke. Diese werden dann ein bis zwei Jahre lang draussen auf einem Holzstapel gelagert. Dann kommen sie in den Holzschopf, wo wir sie während des Sommers von Hand klein spalten. In der Käserei brauchen wir das Fichteholz als Brennholz. Im Käsekeller hingegen liegen die Käselaibe auf Fichteholzbrettern. Sie bieten unserem Käse (beziehungsweise den dazugehörigen Bakterienkulturen) ein ideales Klima zum Reifen.

… zum Wohnen

In der Stube haben wir einen Holzherd. Damit können wir nicht nur kochen, sondern auch den Raum heizen. Zudem erhitzt der Holzherd auch das Wasser im Boiler. Heisswasser brauchen wir vor allem in der Käserei, aber auch in der Küche. Sogar warm duschen liegt somit drinnen 😉.

… zum Zäunen

Jeden Herbst bereitet unser Bauer neue Zaunpfähle aus Holz vor. Da die ganzen Aussengrenzen der Alp mit Stacheldraht eingezäunt werden, braucht es ziemlich viele. Jedes Jahr müssen alte, kaputte und morsche Pfähle durch neue ersetzt werden. Es ist faszinierend zuzuschauen, wie aus einem Baumstamm in vielen Arbeitsschritten neue Zaunpfähle entstehen. Zuerst wird der Baumstamm mit der Motorsäge in Stücke zersägt. Dann der Länge nach halbiert. Nachher werden daraus mit der Kreissäge rohe Zaunpfähle geschnitten. Im Anschluss kommt noch die Rinde weg und der Zaunpfahl bekommt eine Spitze – dann ist er einsatzbereit.

Wie ihr seht, geht bei uns auf der Alp nichts ohne Holz!