Die Alp erwacht aus dem Winterschlaf

In diesem Jahr kommt der Frühling eher etwas schleichend. Immer wieder schneit es und ist sehr kalt. Weil die Vegetation nicht richtig in Schwung kommen will, konnten wir bisher noch nicht mal das Vieh zu Hause auf die Weiden lassen. Erst hatte es zu wenig Gras und jetzt sind die Wiesen viel zu nass.

Erste Vorbereitungen sind geschehen

Auf der Alp konnten wir dennoch bereits mit den Sommervorbereitungen beginnen. Jörg hat vor einer Woche die Gülle am Unterstafel ausgebracht. Allerdings nur auf den Weiden unterhalb der Hütte vom Unterstafel. Oberhalb lag noch Schnee, und auch jetzt ist noch nicht alles vergangen.

Seit Samstag sind wir fleissig am «Süberä». Das heisst wir putzen unsere Weiden, damit möglichst viel wachsen kann. Wir beseitigen abgebrochene Äste, Laub und Tannenzapfen an Waldrändern, sammeln Steine und putzen Bachläufe aus.

Nebenher haben wir auch schon mit dem Zäunen begonnen. Besonders die Grenzzäune sind sehr zeitaufwendig, da neue Pfähle an Ort und Stelle geschlagen werden müssen, der Zaundraht gespannt und mit Agraffen befestigt werden muss.

Alles will geputzt werden

Im Frühling, wenn es wieder etwas wärmer wird, erwacht auch der Käse aus dem Winterschlaf. Eine weitere Aufgabe für uns steht an: Die vorhandenen Käse müssen gepflegt und der Käsespeicher für die neue Saison vorbereitet werden. Das heisst, alle Käse und Regalbretter müssen gründlich gereinigt werden.

Im Herbst haben wir die Hütte gründlich geputzt und alle Utensilien verstaut. Nun müssen all diese Dinge hervorgeholt und nochmals gereinigt werden. Das geschieht allerdings am Tag vor der Alpauffahrt, so dass für das erste Käsen auch alles schön hygienisch sauber ist.

Vorbereitungen für uns, die Kühe und die Schweine

Natürlich werden wir auch unsere Alpschweine herholen. In diesem Jahr beziehen wir diese von zwei verschiedenen Bauern, da wir eine sehr hohe Nachfrage haben. Der Auslauf muss für sie auch noch errichtet werden.

Ach genau, ein voller Vorratsraum gehört auch zu einem guten Saisonstart – dieses Jahr mit fünf Erwachsenen und fünf Kindern auf der Alp werde ich einiges Besorgen müssen…

Für die Kühe wird der Stall, der den Winter über als Lager für allerlei dient, leergeräumt und frisch eingestreut. Ausgeputzt wurde er bereits im Herbst. Am Tag bevor das Vieh kommt, muss dann die Tagweide vorgezäunt sein. Am besten sehr übersichtlich und mit viel Bewegungsfreiraum, damit sich die verschiedenen Gruppen erstmal kennenlernen und ihre Rangfolge klarstellen können. Dann wird die Melktechnik eingerichtet. Und auch wir beziehen unser neues zu Hause.

Sie merken, es gibt einiges zu tun, bevor die Sommersaison richtig starten kann….

Vielen Dank fürs Lesen und einen schönen Abend!