Wunschwetter - Alpkäse

Den ganzen Sommer lang schönes Wetter ist für uns auf der Alp nicht nur schön.

Natürlich ist es toll, schon für´s Küheholen in aller Frühe nur in die kurzen Hosen und ins T-Shirt zu schlüpfen. Oder abends noch ohne Schal auf der Laube zu sitzen. Es bedeutet aber bei langen Schönwetterzeiten auch, den Wasserverbrauch auf´s Minimum zu reduzieren. Das ist oft gar nicht so einfach!

Eine Kuh trinkt ca. 80l Wasser pro Tag. Das ist bei 24 Kühen plus Rinder und Kälber eine ganz schöne Menge. Bei den Tieren kann man nicht Wasser sparen, dieses muss immer vorhanden sein. Und notfalls muss es mit Wassertanks mit dem Transporter oder allenfalls dem Helikopter hinaufgebracht werden.

Auch wenn wir schon einige Trockenzeiten erlebt haben, so haben wir es zum Glück immer irgendwie bis zum nächsten Regen geschafft. Diesen Sommer war das Wasser bei uns Ende Juli sehr knapp. Seither ist es aber gut gegangen.

Bei der Käseherstellung kann man nur bedingt Wasser sparen. Zum Kühlen der Milch sind wir auf´s kalte Bergwasser angewiesen. Hier auf Vorder Menigen kühlen wir die Milch in Kannen im Brunnen. Wenn die Temperatur vom Brunnenwasser dann tagsüber zeitweise kaum unter 15°C ist, dann kommt man recht ins Schwitzen: Die Abendmilch für´s Verkäsen muss nämlich am Vorabend innerhalb von 2h auf unter 18°C gekühlt werden!

Während dieser heissen Zeit Ende Juli haben wir die Milch zusätzlich mit dem elektrischen Milchkühler heruntergekühlt, bevor wir sie über Nacht dann im Brunnen haben weiterkühlen können.

Zum Abwaschen vom Melkgeschirr und den Käsereigeräten braucht es ebenfalls täglich Wasser. Mit etwas System ist es aber möglich, auch mit relativ wenig Wasser sauber abzuwaschen.

Hinzu kommt noch der Wasserverbrauch für den Haushalt, wobei dieser im Vergleich zu Stall und Sennerei nicht so gross ist. Trotzdem tragen wir Sorge, wann immer wir Wasser brauchen. Aus Sicht vom Wasserverbrauch machen Katzenwäsche am Brunnen und Plumsklo absolut Sinn! Dusche und WC sind auf vielen Alpen eine eher moderne Erscheinung…

Also, wenn wir es uns wünschen dürften, dann hätten wir ein „Sennenwunschwetter“: Tagsüber schön und warm. – weil Guschti kontrollieren bei Sonne einfach ein Wahnsinn ist! Und in der Nacht „es schöns Rägeli“, dass man das Gras nur so wachsen hört, die Kühe gewaschen sind und sich die Quellen wieder füllen.