Auf der Alp zu sein, zu melken und zu käsen: Von aussen schaut alles idyllisch aus. Und wir geben zu: Wir können uns keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen. Damit wir den Alpsommer Jahr für Jahr geniessen können, müssen wir aber einige Herausforderungen meistern.

 

Viel zu organisieren

Das Packen für die Monate auf der Alp ist eine kleine logistische Herausforderung an sich. Schliesslich soll alles in einem Auto untergebracht werden. Bei einer fünfköpfigen Familie plus Hund kommt da ein ziemlicher Haufen an Kisten, Rucksäcken und sonstigem Gepäck zusammen. Leider reichen kurze Hosen und T-Shirts nicht aus, nur weil es Sommer ist. Auf der Alp müssen wir jederzeit mit allen Jahreszeiten rechnen.

Wir pendeln nicht nur vom Tal hinauf auf die Alp und zurück, sondern auch zwischen der Schweiz und Österreich hin und her. Das macht die Organisation vom Alpsommer nicht einfacher. Die ständig ändernden Corona-Bestimmungen stellen uns vor zusätzliche Herausforderungen beim Einreisen.

Aber auch sonst brauchen wir jeweils viel Zeit und Geduld, bis wir alle nötigen Dokumente beisammenhaben. Versicherungen müssen an- und abgemeldet werden, Verträge verlängert oder gekündet werden, andere Sachen müssen weiterlaufen. «Z´Bärg gehen» passt in kein Computerprogramm.

 

Leben im Rhythmus der Alpsaison

Eine feste Anstellung ist nicht möglich, wenn man jeden Sommer drei bis vier Monate weg ist. Deshalb arbeiten wir als Saisonangestellte im Wintertourismus. Die Zwischensaison mit weniger Verdienst nehmen wir bewusst in Kauf. Die nächste Herausforderung wird mit der Schulzeit unserer Kinder kommen. Aber auch dafür werden wir eine Lösung finden. Denn das lernt man auf der Alp.

Sind alle Tiere gesund? Alle Zäune ganz? Der Käse zur richtigen Zeit aus dem Chessi raus? Stimmt die Kultur in der Thermoskanne? Ist die Milch gekühlt? Der Hund gefüttert? Die Guschti gezählt? Das Holz aufgestaffelt? Die Järbe sauber gewaschen?

Diese Herausforderungen des Alp-Lebens nehmen wir gerne auf uns. Sie machen den Alltag spannend und sind die Würze unseres idyllischen Sennenlebens.