20250921_140652

Das UNESCO Welterbe Tektonikarena Sardona

katharina

von Katharina Rhyner | Empächli

21.04.2026

Heute möchte ich eine Besonderheit in der Faltengebirgsbildung der Alpen vorstellen. Es ist nur ein kurzer Einblick in ein umfangreiches und sehr interessantes Thema.

Die Alpen – ein Faltengebirge

Vor etwa 200 Millionen Jahren begannen sich die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinander zuzubewegen. Das Urmeer zwischen den beiden Platten wurde immer kleiner und irgendwann stauchten sich die Platten zusammen und falteten sich auf und die Ablagerungen des Meeres, Muschelkalk und Sand, wurden gehoben. Die Falten sind wenige Zentimeter oder hunderte von Metern gross. Teilweise schoben sich die Falten wie Dachziegel übereinander und es entstanden Gesteinsdecken. Die Verfaltungs- und Überschiebungsprozesse fanden tief im Erdinnern statt.

Als sich die Eurasische Platte dann unter die Afrikanische schob, schmolz das Gestein in der Tiefe und stieg als Magma auf. Es erkaltete jedoch noch unter der Erdoberfläche. Darum finden wir in den Zentralalpen das magmatische Gestein Granit und in den nördlichen und südlichen Alpen Kalkstein.

Die Afrikanische und die Eurasische Platte schieben immer noch gegeneinander, weshalb die Alpen jedes Jahr immer ein kleines bisschen wachsen – gleichzeitig aber durch Sonne, Wind, Wasser und Frost erodieren.

20250921_120451b

Ich selbst habe hier in Elm schon kleine Erdbeben erlebt, die beweisen, dass die Erdoberfläche immer unter einer gewissen Spannung steht und sich bewegt. Am 3. Oktober 2024 gab es ein Beben mit der Magnitude 2.2. Infolgedessen brach ein Teil des grossen Tschingelhorns ab. Etwa 10’000 Kubikmeter Gestein sind beidseitig heruntergestürzt.

20250921_140652 ursprünglich

Die rote Linie zeigt den ungefähren Verlauf des Tschingelhorns vor dem Erdbeben.

DSC00576

Glarner Hauptüberschiebung

Die Glarner Hauptüberschiebung beschreibt das Emporheben und Verlagern einer älteren Gesteinsschicht über eine jüngere im Verlaufe der Faltengebirgsbildung vor etwa 10 bis 20 Millionen Jahren weit unter der Erdoberfläche. Die ältere Schicht, das rötliche Verrucanogestein, ist etwa vor 260 bis 300 Millionen Jahren im Erdzeitalter Perm entstanden. Diese Schicht von ursprünglich 10 bis 15 km Dicke hat sich über eine etwa 35 bis 50 Millionen Jahre alte Schicht aus schiefrigem Flysch (marine, sedimentäre Schicht aus dem Paläogen) geschoben.

Besonders gut zu sehen sind die Schichten an den Tschingelhörnen mit dem Martinsloch und am Hausstock kann man sehr gut die Falten der Gebirgsbildung erkennen.

UNESCO Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona

Die UNESCO ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Paris. Gegründet wurde sie 1945. Zu ihren Aufgaben gehören die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur und die Vergabe von UNESCO Welterbetiteln. Herausragende Gebäude, Landschaften und Bräuche sollen dadurch geschützt und der ganzen Menschheit zugesprochen werden.

20250831_185347

Die Tektonikarena Sardona wurde 2008 in die Liste des UNESCO Weltnaturerbes aufgenommen.

Begründet wurde dies so: «Die weltweit einzigartige Sichtbarkeit der Gebirgsbildung, die beispielhafte Erforschungsgeschichte sowie die andauernde Bedeutung für die geologische Forschung verdienen die Aufnahme als Weltnaturerbe.»

Weitere Informationen zum Welterbe Tektonikarna Sardona

x_DSCI0415
ornament

Weitere Geschichten

Wasser und Strom

Nachhaltigkeit auf der Oberstockenalp

Die Zeit zwischen den Alpzeiten