Wie Ziegen bei der Weidepflege helfen

von Katharina Rhyner

30.08.2022

Dank der Beweidung der Alpwiesen wachsen weniger Unkraut und Buschpflanzen. In diesem Jahr hilft auch eine kleine Ziegenherde bei der Weidepflege.

Durch die Alpen zu Wandern ist wunderschön. Die Wanderwege schlängeln sich auf den Alpweiden entlang in die Höhe und der Blick schweift in der Ferne umher. Ohne die Pflege der Wiesen durch die Älpler und die Beweidung mit dem Vieh würden diese Flächen «verbuschen». Die Wanderwege würden innerhalb einiger Jahre durch ein Gebüsch aus Erlen und Fichten führen.

Wie also Pflegen und Erhalten wird diese wertvolle Landschaft?

Treten, Trampeln und Fressen

Durch die alljährliche Beweidung der Alpen werden aufkommende Tännchen oder Erlenbüschchen zurückgedrängt, teilweise verstampft oder gefressen. Dadurch, dass der Weideaufwuchs immer wieder abgefressen wird, entsteht keine verkrautete Fläche, sondern eine dichte Weide.

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An manchen Orten allerdings, zum Beispiel an sehr steilen Hängen, wo die Tiere höchstens geschwind vorbeifressen, können sich Grünerlenbüsche und andere buschige Pflanzen etablieren und rasant vermehren. Gut erreichbare Flächen können dann mit dem Mulchgerät bearbeitet werden. Grössere Erlenbüsche schneiden wir mit einer Astschere oder mit der Kettensäge.

Unsere Ziegen sind Freund und Helfer

In diesem Jahr haben wir uns neu eine kleine Ziegenherde angeschafft, die uns helfen soll, verkrautete und verbuschte Flächen wieder zurückzugewinnen. Bisher sind wir sehr zufrieden mit ihrer «Arbeit». Sie schälen die Äste der Grünerle und bringen sie so zum Absterben. Am Freitag haben wir sie allerdings wieder an den Heimbetreib gebracht, da wir mit den Kühen an den Unterstafel gezogen sind. Wir hatten Angst, dass der Wolf dann zuschlägt, wenn nur noch die Geissen oben am Weiden und Entbuschen sind.

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«Teischdnen»

Die Kühe verbringen die meiste Zeit des Tages auf der Weide. Dort legen sie Ruhepausen zum Wiederkäuen und Schlafen ein. Gerade Flächen, wo die Kühe bei uns gut liegen können, sind begrenzt. Vorhandene «Läger» sind somit sehr dicht belegt. Wenn die Kuh dann nach ihrer Pause wieder aufsteht und wieder weiden geht, bleiben Kuhfladen, «Teischd», und etwas Pisi zurück. Diese Läger teischdnen wir dann. Das heisst, die Kuhfladen werden aufgenommen und an Stellen gebracht, die magerer sind. Ohne diesem Eingriff wären die Flächen komplett überdüngt und es würden nur noch Ampfer und Brennnesseln wachsen.

Germer, Alpenampfer, Farne, Distel und co

Eine grosse Aufgabe auf der Alp ist auch die Bekämpfung des «Unkrauts». Das muss am Anfang des Sommers geschehen, weil sonst die Samenstände ausgereift sind und sich die Pflanze weitervermehren kann. Auf grossen gut erreichbaren Flächen kann dies mit dem Einachsmäher geschehen.

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Meist ziehen wir aber mit der Sense bewaffnet los, um alles umzumähen, was uns auf der Weide stört. Ohne diese Massnahme würden die Alpweiden vermehrt verunkrauten. Vor Viehfrass schützen sich diese Pflanzen durch verschiedene Barrieren, wie zum Beispiel eingelagerte Bitterstoffe, Säuren oder Dornen.

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