Geht`s schon los?

von lkluge

19.05.2017

Ja, es geht schon los! Aber irgendwie dann doch noch nicht so richtig. Seit fast einer Woche sind wir nun schon oben auf der Alp.

Ja, es geht schon los! Aber irgendwie dann doch noch nicht so richtig.
Seit fast einer Woche sind wir nun schon oben auf der Alp. Aber der Stall steht noch leer und an Stelle muhender Kühe hören wir zurzeit Vögel zwitschern und das Rauschen der Bäume im Wind. Auch der Käsekessi steht leer und kalt. Feuer machen wir erstmal nur zum Heizen, aber noch nicht zum Käsen.  Zu tun gibt es aber trotzdem schon einiges. Aber von Anfang an….

 

Auf in die Schweiz

Am 7. Mai sollte es losgehen in die Schweiz. Haben wir auch wirklich nichts vergessen? Wo sind die Wanderschuhe? Und passen die Hirtenstöcke überhaupt noch ins Auto? Voll beladen und hoffentlich mit allem Notwendigen für die nächsten vier Monate Alp rollten wir schließlich über die Grenze Richtung Berge. Für mich sollte es für eine Woche zum Alpsennkurs in Hondrich gehen. David blieb für diese Zeit bei Familie Langensand und lernte schon mal die Kühe und die Bauernfamilie besser kennen.  In fünf Tagen bekam ich mit 23 anderen Älplerinnen und Älplern von Tiergesundheit auf der Alp bis zur Weidepflege alles beigebracht, was man wissen sollte für die Alp. Und natürlich ist das Käse machen nicht zu kurz gekommen.
Mit jedem Tag wuchs die Vorfreude auf die Kühe und den Käse.

 

Schwandi

Zurück in Alpnach bei Familie Langensand fuhren wir dann am Samstag hoch auf die Alp. Ein bisschen Sorge hatten wir schon, ob unser Bus es wohl auch den Berg hoch schafft. Aber er hat! Die nächsten Wochen leben wir jetzt auf 1300 Metern im Untersäss Schwandi. Endlich wieder auf dem Berg! Jetzt hieß es erstmal das Auto ausladen und das neue Zuhause erkunden. Schon am nächsten Tag bekamen wir dann auch den ersten Besuch. Davids Freund Hinrich wollte uns die ersten Tage tatkräftig unterstützen.

 

Zäune bauen, putzen, heuen

Ja, und was macht man dann auf der Alp, wenn die Kühe noch nicht da sind? Zuallererst sind da einmal die Zäune. Kaputte Stellen müssen repariert und geflickt, temporäre Zäune aufgestellt werden. Dann muss natürlich die Hütte eingerichtet und geputzt werden. Salatpflänzchen und Kräuter haben wir ins neu angelegte Beet gepflanzt. Der Kamin wurde nach dem langen Winter vom Ruß befreit und  einmal richtig durchgeputzt. Dies geschah durch zu Hilfenahme eines kleinen Nadelbaumes, welche an einem Seil durch den Kamin gezogen wurde. Hinrich stand dabei auf dem Dach und ich unten. Danach war ich rußig wie ein Schornsteinfeger. Und weil es die letzten zwei Tage so schönes Wetter hatte, haben wir noch der Familie Langensand unten im Tal beim Heu machen geholfen.
Am spektakulärsten war wohl, wie die im Winter umgestürzten Bäume auf den Weiden vom Helikopter rausgeflogen wurden. Staunend standen wir vor der Hütte und beobachteten wie ganze Baumstämme über unseren Köpfen davon flogen.

 

Vorfreude

Vor allem freuen wir uns wieder auf der Alp zu sein und noch verzaubert uns das Bergpanorama jeden Tag aufs Neue. So bleibe ich auf meinem Weg zum Tränke säubern stehen um die bunten Wiesenblumen zu bestaunen und mich an einer Pusteblume zu erfreuen. Beim Grillieren leuchten im Hintergrund die schneebedeckten Berggipfel rot in der Abendsonne. Und auf der Nachbaralp unter uns sind bereits Kühe da. Leise können wir ihre Glocken auch bei uns hören. Sie geben uns einen kleinen Vorgeschmack auf die kommende Zeit. Wir freuen uns auf einen tollen Alpsommer 2017!

 

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