Die Musik des Wiederkäuens - Alpkäse

Die Musik des Wiederkäuens

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

endlich melde ich mich mal wieder zurück. Mittlerweile befinden wir uns schon seit fast einem Monat nicht mehr auf der Alp. Wir sind mit dem Aufräumen und Putzen auf der Alp und dem Abräumen der Zäune beschäftigt. Ich hatte zu Hause eine Menge an Büroarbeit nachzuholen und es dauert auch eine Weile, bis wir alle Kleider und allen Krimskrams, den wir auf der Alp benötigten, zusammengesucht und wieder versorgt hattem.

Die Kühe sind am 15. September von der Alp gegangen und die Rinder zehn Tage später im Schneesturm. Nun haben wir noch unsere sechs Schweine und vier Ferkel oben.

Die Ferkel wollen wir gerne verkaufen.

Zum Inserat auf zalp

Zum Inserat auf anibis

Käsekunst

Im Juni habe ich auf Wunsch eines Kunden ein Bild in einen Käse geritzt beziehungsweise geschabt. Er möchte den Käse im Herbst einem Freund zum Geburtstag schenken. Ich zeige hier ein Foto am Tag des Hineinschabens und ein Foto vor einer Woche. Ich finde der Käse hat sich noch sehr schön entwickelt und es sieht sehr schön aus. Vielleicht wäre das eine neue Geschäftsidee…

Wiederkäuen

Im Abschluss möchte ich euch noch einen Film zeigen, der im Wartehof beim Melkstand im Pleuss entstanden ist: Kuh Tamara beim genüsslichen Wiederkäuen. Offensichtlich geniesst sie die Musik, die dabei entsteht…

Wiederkäuen – Was ist das?

Wiederkäuen ist nach dem Fressen die Hauptbeschäftigung der Kuh am Tag. Nach der Aufnahme von grossen Futtermengen begibt sich eine Kuh in eine entspannte Position und beginnt mit dem Wiederkäuen. Kühe haben nicht einen Magen, wie wir, worin alles verdaut wird, ihr Verdauungssystem hat vier Mägen.
Als erstes gelangt die Nahrung, also kaum zerkleinertes abgerupftes Gras beziehungsweise Heu, in den Pansen. Die Nahrung ist noch nicht vorgekaut, da eine Kuh nur am Unterkiefer Zähne besitzt und am Oberkiefer eine Hornplatte. Sie fasst mit der Zunge ein Grasbüschel, reisst es ab und schluckt es. Kühe nehmen so in kurzer Zeit grosse Mengen an Futter auf und zerkleinern es in der anschliessenden Ruhepause beim Wiederkäuen, die Nährstoffe werden aufgenommen und der Rest ausgeschieden. Im Pansen haben bis zu 60 kg Futter Platz. Mithilfe von Bakterien, also durch einen Gärungsprozess, werden Kohlenhydrate und Eiweisse abgebaut. Hier wird auch die Zellulose, die Hauptsubstanz der pflanzlichen Zellwände, durch Bakterien aufgespalten. Weiter wandert der Nahrungsbrei über den Netzmagen zum Blättermagen. Nur genug kleine Nahrungsbestandteile werden durchgelassen und dort weiter verdaut.
Zu grosse Fasern und Nahrungsteile werden im Netzmagen zurückbefördert und über den Pansen wieder hochgewürgt (Ruktus), dann im Maul etwas vermahlen und erneut geschluckt. Das ist der eigentliche Prozess des Wiederkäuens.
Nach dem Blättermagen folgt der Labmagen. Hier werden alle restlichen Bestandteile der Nahrung aufgelöst und auf dem Weg durch die Gedärme von der Kuh aufgenommen.

Jörg beim "Teischdnen"

Am Ende bleibt der Kuhfladen und wertvoller Dünger.