Wieder “bi de Lüte”

Seit einer Woche wohnen wir nun wieder im Tal und geniessen die Annehmlichkeiten,  die wir während gut elf Wochen Bergzeit entbehrten. Beim morgendlichen Blick in Spiegel sehe ich wieder etwas, denn mit dem kürzer werden der Tage, kämme ich mich auf dem Mittelberg nach dem Aufstehen nur per Handgriff. Erst im Lauf des Morgens stellt sich dann heraus, ob die Bemühungen, das Aussehen zu verbessern, etwas gebracht haben. Mit einem  Wasserkocher kann ich mir hier unten den ersten Kaffee zubereiten, ohne vorher das Feuer zu entfachen. Frühstück gibt es erst, wenn die Männer aus der  Vorsass kommen, so kann ich  mir am frühen Morgen etwas mehr Zeit für mich nehmen, was ich sehr  schätze. Auf dem elektrischen  Herd kocht sich leicht und schnell eine Mahlzeit und der Backofen steht auch wieder zur Verfügung. Um Einkäufe zu tätigen, bin ich schnell im Dorf und wechsle dabei ein paar Worte mit Leuten, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Nach einem strengen Tag, ist es möglich ein entspannendes Bad zu nehmen und vor dem Fernseher  intensiver die Tagesaktualitäten wahrzunehmen. Langsam gewöhnen wir uns wieder an die Zweisamkeit, denn  die junge Generation wohnt  nicht bei uns und so verpassen wir Tanjas  Unterhaltungsprogramm am Abend.

Hie und da werfen wir einen Blick zurück auf den vergangenen Sommer. Viele herrliche Sonnentage prägen sich in unsere Erinnerung, wir denken an die interessanten Menschen die uns besuchten und sind dankbar, dass Mensch und Tier gesund wieder im Tal angekommen sind. Der Abschied vom „Bärg“ ist immer auch mit Gedanken an die Vergänglichkeit verbunden – etwas geht zu Ende. Aber Neues wird kommen, mit Sicherheit auch der nächste Alpsommer. Ob mit oder ohne uns, auf diese Frage hat jetzt gerade niemand eine Antwort. Ich vertraue darauf, dass einer weiss wie lange wir noch die Möglichkeit haben, unsere Leidenschaft zu pflegen. Dazu gehört auch die Gewissheit, dass es gut ist für uns, was auch immer im nächsten Jahr  sein wird.