Was man an Freitagen auch noch tun kann…

Mit einer Kühlbox voller Znünichneble, Alpkäse, Geisskäse, Alpjoghurt und Alpbutter fuhr ich gestern Abend in Richtung Emmental. Heute wurden nun die bestellten Alpprodukte an Freunde und Bekannte verteilt. (Gerne dürft auch ihr, meine Blogleser, die Gelegenheit nützen, und euch die Alpprodukte liefern lassen, wenn ich im Tal bin. Mein Weg führt meistens ins Emmental und ins Schwarzenburgerland und alles, was irgendwo dazwischen ist.) Was aber viel besser ist, wenn ihr euren Rucksack sattelt und den Tannisboden selber besucht. Dann ist nämlich die Aussicht und die Blumen am Wegesrand im Preis inbegriffen.

Ein Programmpunkt bei meinem Talaufenthalt ist auch immer mein Garten. Es ist unglaublich, was auf einem kleinen Fleckchen Erde alles passiert. Heute war ich einfach überwätigt, ab all den Sachen, die zu blühen begonnen haben. Wegwarte en masse(dass passiert wenn man seinen Chiccoree im Garten vergisst), Kornrade, Kornblumen, zweierlei Mohn, Kamille, Zahnstocherammei, Wilde und Brave Möhre, Cerinthe, Purpurglöckchen und viele viele mehr. (Impressionen finden sich unter den Fotos)

Als ich die Pflanzen alle mit Wasser versorgt und gut zugeredet hatte, kam eine Ladung Wäsche in die Trommel und Holunderessig für den ALP-KIOSK in Flaschen. Danach habe ich bei meinen Vermietern einen Holunderaperitif testen dürfen. Sehr prickelnd.

Rezept:

10 l Wasser, 1-2 kg Zucker, Zitronensäure, 1-2 Zitronen und genügend Holunderblüten(entstiehlt, weil es sonst bitter werden kann)

Alle Zutaten in ein grosses Gefäss geben und einige Tage an die Sonne stellen. Täglich umrühren.

In Flaschen(Pet, denn Glas kann es, durch das beim Gärungsprozess entstandene Gas, ‚verbole’) abfüllen, nicht ganz voll und regelmässig den Druck ablassen.

Proscht!

Nächste Etappe war ein gemütliches Zmittag bei meinen Nachbarn. Und dann ging es zurück ins Emmental. Bewaffnet mit Schuhsäcken aus dem Militär auf zur Linde ob Lützelflüh. Schon von weitem war ein gemütliches, aber emsiges Summen zu hören. Die fleissigen Bienen zeigen an, dass die Linde jetzt in voller Blüte steht. Zeit zum ‚Lingebluescht’ ablesen. Übrigens eine empfehlenswerte Beschäftigung an einem warmen Nachmittag. Im Schatten der Linde ist es angenehm kühl und das Lied, welches von den Bienen ertönt, ist ungemein herrlich.

(Früher hat man unter alten Bäumen Gericht gehalten. Und es wird berichtet, dass Urteile, die unter einer Linde gefällt wurden, deutlich milder waren, als wenn das Gericht unter einer Eiche stattfand.)

 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Namitag bei ‚was-auch-immer’ ihr gerade tut.

Kathrin