Sie möchten mir ein Glas Weisswein einschenken? Nein, danke, sehr nett. Momentan “gluschtet” mich Alkohol nicht allzu sehr. In den letzten Tagen konnten wir mit ganz vielen Gleichgesinnten, Freunden und Nachbarn auf den vergangenen Sommer anstossen. Wir durften einen wunderschönen Tag am Chästeilet im Justistal gniessen, ein letztes Mal eine Hochzeitsgesellschaft bewirten, die schöne Züglete und den feinen Alpkäse an der Alpkäse-Meisterschaft bewundern und die Experten zur Taxation begrüssen. Es folgte ein Höhepunkt dem anderen. Einfach herrlich! Jetzt musste ich mal ein paar abstinente Tage einlegen…

Unsere schön aufgereihten Babies sind noch da. Doch einigen steht morgen ein grosser Umzug bevor. Mathilde, Simons Mueti, hat nun von jedem Kuhbesitzer ausgerechnet, wie viel Käse er abholen kann. 10 Liter pro Kuh pro Tag gehören der Alp (Graszins, Alppersonal etc.), den Rest kann der Bauer in Form von Produkten beziehen. Das bedeutet immer eine immense Rechnerei. Im Gesamten haben wir 11.5 Tonnen Berner Alpkäse AOP produziert und rund 1.5 Tonnen werden morgen abgeholt. “Was passiert mit dem Rest?”, fragen Sie sich bestimmt. Da die Site eine Privatalp ist, gehört ein Grossteil der Käse den Besitzern und bleibt noch eine Weile hier. Bevor der Winter Einzug hält, wird dieser runter ins Tal in einen Keller verfrachtet werden.

Nach einem Apéro (Hobelkäse & WEISSWEIN) werden wir morgen zusammen ein Raclette essen. Dieses gemütliche Ausklingen in kleiner Runde wird langsam aber sicher zur Tradition. Doch vor dem Vergüngen kommt die Arbeit. Mit Freude werden wir den Bauern das Auto mit viel Feinem vom Berg beladen. Für die Bauern wie auch für uns ist es unheimlich wichtig, dass die Qualität stimmt. Wir sind stolz, hat der diesjährige Käse wiederum 20 Punkte und somit das Maximum erhalten. Das ist für den Weiterverkauf von grosser Relevanz. Auf diese tolle Neuigkeiten “mussten” wir am Montag auch gleich anstossen…

Nun weg vom Alkohol, sonst kommen Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf falsche Gedanken. Am Sonntag verschwinden Simon und ich für eine Woche und werden Strand und Meer geniessen. Ungern lassen wir hier alles stehen und liegen, doch Erholung ist nötig und Zeit zu zweit tut gut. Anschliessend werden Simon & Piotr (er kommt nochmals für einen Monat zurück) täglich auf der Baustelle bei der unteren Hütte anzutreffen sein. Ich werde alle Zeit der Welt haben um gemütlich aufzuräumen und zu zügeln. Erst anfangs Dezember heisst es wieder “ab ins Büro”, sofern sich vorher keine Gelegenheits-Jöbbli ergeben. Sie sehen, jetzt beginnt unser Schoggi-Leben…

Herzliche Grüsse & bis bald

Nadja