Vom Gras zur Kuh zur Milch zum Käse

Oben auf der Laub Alp zu sein bedeutet wieder jeden Tag zu käsen. Und zum Käsen braucht es natürlich frische Milch von unseren Kühen. Die Kühe fressen sich von unten, wo unsere Weiden beginnen immer weiter hoch Richtung Pilatusgipfel. Auf den Alpenweiden finden sie die besonderen Kräuter und Gräser, die unserem Käse das feine Aroma geben und ihn so besonders machen. Um im Durchschnitt ca. 20 Liter Milch am Tag produzieren zu können muss eine Kuh  50-80 Kilo Graß am Tag fressen. Außerdem muss sie pro Liter Milch, den sie herstellt 4-5 Liter Wasser trinken. Oben auf der Alp sind die Kühe außerdem anderen Natureinflüssen ausgesetzt als im Tal. Die Luft wird dünner, die Sonneneinstrahlung stärker. Außerdem gibt es weniger Schadstoffe in der Luft und im Wasser. Das alles wirkt sich natürlich auf die Kühe und die Milch aus.

Noch sind sie nah bei der Hütte aber schon bald werden sie immer weiter den Berg hoch ziehen und dann werden natürlich auch die Wege für Hirten und Hund länger. Aber was gibt es schöneres als in der Morgendämmerung oder bei schönstem Sommerwetter am Nachmittag den Kühen im hohen Gras nachzugehen?

Auf Laub liegt der Stall direkt neben der Käserei. Das hat viele Vorteile. David muss jetzt die vollen Milchkannen nur wenige Schritte vom Stall zum Kessi bringen. Und ich kann ab und zu mal kurz in den Stall schauen und die Kühe begrüßen wenn ich eigentlich mit Spülen in der Sennerei beschäftigt bin.
Wir machen jetzt jeden Tag wieder zwei Alpkäse. Die sind unterschiedlich groß. Je nachdem wieviel Milch im Kessi ist. Aus einem randvollen Kessi werden zwei große Käse, ist der Kessi aber nur halbvoll werden auch die Käse entsprechend kleiner. Und warum ist der Kessi im Frühling erst randvoll und wird dann im Laufe des Sommers immer leerer? Das hat mit der Laktation der Kühe und natürlich mit dem Futter zu tun. Laktation bedeutet Michleistung. Direkt nach dem kalben geben die Kühe am meisten Milch. Die wird dann mit der Zeit immer weniger. Bis dann eine Kuh nur noch 3 Liter oder weniger Milch gibt pro Melkzeit. Dann wird sie bei uns trockengestellt und wird dann galt. Außerdem spielt das Futter eine große Rolle. Haben die Kühe viel und gutes Graß zu fressen geben sie dementsprechend viel Milch. Wird das Futter auf einer Weide langsam knapp dann bekommen wir das auch in der Milchmenge zu spüren und es wird Zeit bald die Weide zu wechseln. Und dann ist auch noch das Wetter wichtig. Kühe mögen es am liebsten kühler, wird es wärmer als 15 °C ist es ihnen eigentlich schon zu heiß. Zum Glück ist es auf 1800 Metern kühler als im Tal aber in diesem heißen Sommer wird es auch bei uns oben schon mal richtig heiß und die Kühe fressen nicht so gut. Da ist es gut, dass es sich nachts etwas abkühlt und die Kühe sich dann wohler fühlen.