„Was macht dini?“

„Itz tuet si gäbig, am Afang het si nid rächt welle. Aber sit letscht Wuche isch ganz guet. We häschs denn du so mit dinere?“

„Hüt isch si uf  28 gsi, si wott sich eifach nid rächt still ha. Mal höch und dänn wieder tüüf. Immer hin und her.“

So tönt ein ganz normales Gespräch, wenn ich mich mit unserem Nachbarn – nein nicht über unsere Kühe, seine Ehefrau, unsere Alpgspänli, andere Nachbarn, das Wetter – sondern über die Kultur unterhalte. Kultur steht für uns während des Sommers nicht für Musik, Kunst oder Theater sondern für die Bakterienkultur, die beim Berner Alpkäse fürs einmalige Aroma mitverantwortlich ist.

Damit aus Milch Alpkäse wird, werden der Milch beim Käsen bestimmte Bakterien hinzugefügt. Diese Bakterien kann man gefriergetrocknet als Pülverli kaufen oder man kann sie, wie wir es beim Berner Alpkäse machen, selber züchten. Das ist ein spannendes Handwerk und wenns gelingt machts Freude. Jeden Morgen beurteilen wir den Geschmack  (sauer? sehr sauer? sehr sehr sehr sauer?) und messen den Säuregrad unserer Kultur, der uns verrät, wie aktiv die Bakterienstämme sind. Das ist immer wieder ein spannender Moment: Ging alles glatt bei der Herstellung der Kulturen? Hat sie richtig gesäuert? Nach einigem Auf und Ab gehts unserer Kultur jetzt gut, heute morgen hatte sie 28 Säuregrade!

En suure Gruess vom Steistoos

PS: Lesen hier eigentlich auch Oberländer Chüjer mit und lassen uns wissen, was ihre Kultur so macht?