Das Kessi ist voll. Nun sind all unsere Nachbarn da und bringen uns ihre Milch. Eine ganze “Schwetti” beste Alp-Milch kommt da zusammen. So haben wir die Möglichkeiten heute voll ausgeschöpft und nebst den Mutschli im grossen Kessi 15 Berner Alpkäse AOP hergestellt. Zum Glück gehen in ein 1600l-Kessi auch gut 1700l rein… Für einen Alpkäse benötigen wir übrigens 117kg Rohmilch, was einen Laib von 10-11kg ergibt.

Die Milch der rund 140 Kühe (von 5 Alpen) verarbeiten wir täglich und jetzt sind wir auf dem Höchststand was die Menge betrifft. So haben wir heute gut 2300kg Milch verkäst. Klar, die Käserei hier auf der Site Alp ist gut eingerichtet. Anders wäre es so nicht machbar. Oft sind die Gäste etwas enttäuscht, haben sie doch eine offene Feuerstelle und allerlei Gerätschaften aus Holz erwartet. Manchmal sehe ich es ihnen an und andere sagen es offen und ehrlich “Ja wie jetzt, das sieht ja aus wie im Tal”. Kann ich irgendwie verstehen, sehe das Ganze jedoch etwas differenzierter und versuche es ihnen zu erklären. Viele Gerätschaften sind aus Chromstahl, die Milch wird zentrifugiert anstatt abgerahmt und der Dampfkessel sorgt für Hitze. Doch vieles ist und bleibt wie es immer war:

  • Der Tag beginnt früh (auch am Sonntag) 
  • Wir machen Feuer in der Käserei mit Holz von der Alp (im Dampfkessel, die Milch sowie das Wasser werden anschliessend mit dem Dampf erhitzt) 
  • Die Kühe werden täglich zweimal gemolken und der Mist muss mit der “Bärä” auf den Miststock geführt werden
  • Der Käse wird von Hand gewendet und gepflegt
  • Die Kultur wird täglich weitergezüchtet
  • Auf den Wiesen blühen “chüschtige” Chrüter und die Kühe fressen nur Gras und Heu

Viele unser Nachbarälpler sind nicht mehr den ganzen Sommer auf der Alp, sondern bringen auch das Heu im Tal ein. So bleibt keine Zeit zum Käsen und die Milch wird auch im Sommer ins Tal zur Milchsammelstelle und anschliessend zur grossen Fabrik geführt. Dank der modernen Schaukäserei kann also die Milch der hier grasenden Kühe lokal verarbeitet werden. Das ist, finde ich persönlich, eine tolle Sache und ist eine sogenannte Win-Win-Situation: Die Bauern brauchen die Milch nicht nach Zweisimmen runterzufahren und wir können so die Anlage voll ausnutzen.

Nun geht es wieder in den Stall, die Ladies warten…

Bis bald

Nadja