Da Hans ja schon mit dem käsen angefangen hat steigen wir sofort voll ein und machen gleich am ersten Tag unseren ersten Alpkäse für diesen Sommer.
Am Abend davor bin ich ein bisschen aufgeregt, weil ich das erste Mal wieder käse nach dem langen Winter, in dem ich zwar reichlich Käse gegessen aber nicht gemacht habet.
Morgens rahmen wir die randvollen Gäbsen ab, auf denen sich dicker, süße Rahm gebildet hat. Aus dem Rahm machen wir später Butter, aber nicht heute, der Rahm muss erst noch ruhen.
Die Gäbsen sind voll und schwer und die Milch schwappt bedenklich aus wir sie hinüber aus der Milchkammer in die Käserei ins Kessi tragen. Und schwer sind sie auch. Unsere Studentenkörper müssen sich wohl erst mal wieder an die körperliche Arbeit gewöhnen. Aber alle Milch, bis auf ein paar Tropfen, schafft es sicher hinüber ins Kessi.
Nach dem Melken ist der Kessi randvoll und dann geht eigentlich alles wie von selbst. Milch wärmen, vorreifen, einlaben dazwischen Gäbsen spülen und den Käse von Gestern von der Presse nehmen. Dann die Festgewordenen Milch mit der Harfe scheiden und dann rühren und brennen. Die 52°C sind erstmal wieder sehr ungewohnt heiß, aber jetzt weiß ich ja das sich unsere Arme bald daran gewöhnen werden immer einmal kurz gekocht zu werden beim Käse ausziehen. Mit Bögli und Käsetuch hohlen wir zwei große, schönen Käse aus dem Kessi und als die beiden Laibe dann auf dem Presstisch in ihren Formen liegen, der Kessi dampft und das Feuer knistert während die heiße Molke auf den Boden tropft dann weiß ich erstens, dass ich  das käsen nicht verlernt habe und zweitens wofür ich mich morgens so früh aus dem Bett quäle, mich von Kühen umschubsen lasse und mir die Hände in heißer Molke verbrühe. Na für den Käse natürlich.