Wir sind anachronistische Vertikalnomaden !

Mit dem Alpsommer 2015 beginnt das alljährliche vertikale Nomadenleben. Anders als Hirtenvölker in der Ebene ziehen wir nicht horizontal mit dem Vieh über die Ebene dem Futter und der Vegetation nach, sondern vertikal von unten nach oben, dem Vegetationsstand der verschiedenen Höhenstufen. entsprechend. Unser Talbetrieb liegt auf 870 m ü.M. Lezte Woche trieben wir 3 Rinder, einen Stier, und 6 Ammenkühe mit 9 Kälbern aufs Maiensäß auf 1200 Metern, 15 Milchkühe und 12 Kälber weiden  auf 1000 m ü.M., 10 Stück Jungvieh in einem dritten Maiensäss auf 1100 m ü.M. In der ersten Juniwoche werden die 56 Stück Rindvieh mit 12 Schweinen, Hühnern, Ziegen und Kaninchen auf der Alp „Mittlist Morgeten“ mit dem Vieh der andern Bauern zusammentreffen. Dort liegen die Weiden auf einer Höhe von 1500 m ü.M. bis 2170 mü.M.
Dort melken wir 36 Kühe, betreuen 50 Stück Jungvieh und verkäsen die Milch von über 50 Kühen.
Auf der ganzen Alp werden wieder über 300 Tiere weiden.
Das hört sich ganz imposant an, ist aber eine teure Produktionsweise. Auf jeder Höhenstufe sind die entsprechenden Infrastrukturen nötig und nicht jede Arbeit lässt sich mechanisiere oder automatisieren. Wir bleiben Kleinbauern im „Westentaschenformat“, der größte europäische Betrieb hat heute 52‘000 Kühe und Rinder, —- aber unser Käse ist und bleibt trotzdem besser!

Zu diesem Thema wird auf der Alp Morgeten diesen Sommer Teil eines kanadisch-schweizerischen Dokumentarfilmes „Le paradox de la faim“) realisiert. Der Film will sichtbar machen, dass Bauern, sich weltweit in der Kunst üben, Nahrungsmittel zu produzieren, ohne selbst dabei zu verhungern!