Es war ein wundervoller Frühsommermorgen, als unsere Schwiegertochter  mit viel Frauenpower (vier leidenschaftlichen Züglerinnen und unserem Praktikanten)  und zwanzig  Kühen durch das Grischbachtal zügelte.  Nun sind wir seit einer Woche auf dem Mittelberg und haben uns schon recht gut eingelebt. Vierundzwanzig Kühe, sechs Kälber, zwei Melkziegen und vier Zicklein sowie zwölf Schweine sind jetzt unter unserer Obhut. Später kommen noch sieben Rinder und eine weiter Kuh dazu. Die üblichen Startschwierigkeiten sind überwunden, die ersten Käse sind bereits im Keller und langsam holt  uns der Alltagstrott  ein. Mit Marina Gehret haben wir eine gute Aushilfe, die in Haus und Stall Bescheid weiss und überall eingesetzt werden kann. Aber auch Jakob Bosse, der Waldorfschüler aus Uhldingen, der sein Landwirtschaftspraktikum bei uns absolviert, gewöhnte sich rasch an den veränderten  Tagesablauf.  In den kommenden elf Wochen dreht sich hier alles ums  Käsekessi , denn wenn einmal mit käsen begonnen ist, muss man sich an diesen Zeitplan halten, komme was wolle. Und es kam, denn das elektrische Rührwerk funktionierte am ersten Tag nur teilweise. Da hiess es schnell handeln,  den staubigen Brecher aus dem Estrich holen, einen Brennschutz improvisieren und nach alter Väter Sitte,  von Hand rühren. Beim Vorkäsen läuft diese Arbeit  noch unter „Entschleunigung des Alltags“. Wenn man aber mit tränenden Augen so nah am offenen Feuer ausharren muss, ist die Faszination für Idylle bald einmal vorbei. Mit vereinten Kräften, so soll das Motto dieses Sommers sein und so haben wir auch die ersten drei Käse schlussendlich gut unter die Presse gebracht.