Nun scheint es doch bald nach Sommer auszusehen auf dem Mittelberg. Zwar blies noch ein eisiger Wind als ich mit meiner Schwiegertochter Regula und der Enkelin Tanja beim Stafel ankam. In der Küche war der Herd schon warm – Alfred hatte uns Frauen zuliebe Feuer entfacht, so hatten wir auch bald einmal heisses Wasser um uns an die Arbeit zu machen. Vorher aber heizte ich im Stubenofen ein, Regula packte  Tanja in einen molligen Dress und stülpte ihr eine warme Wintermütze über. So durfte oder musste sie nun auf der Steppdecke am Stubenboden den Tag geniessen. Während wir die staubigen Abstellbänke putzten und sämtliches Besteck und Geschirr  wuschen, versuchte Tanja sich selber die Zeit zu vertreiben. Aber o weh, derart eingewickelt lässt es sich schlecht spielen, und die Vorwärtsbewegung mittels Drehen funktioniert auch nicht wie zu Hause.
Da die meisten Alpen im Saanenland „ds Churzzyt“ bestossen werden, wird unsere Bergfahrt  um den 10. Juni stattfinden. Gegenwärtig befinden sich die Kühe noch auf dem Mangelsgut, unserer Vorsass (Vorweide). Heute Morgen fuhr Alfred auch mit  um im Stall zu helfen. Er musste Hansueli (unserem Sohn, der den Talbetrieb führt), Recht geben. Seit ein paar Tagen äusserte er den Wunsch, die Bergfahrt vor den Pfingstsonntag zu verschieben –  das  Gras ist bald gerfressen und den Rest  machen die Füsse kaputt . Mit dem Nachwachsen hapert es bei diesem Wetter, deshalb werden die letzten Heuhalme  in der Diele (Heubühne) zusammengesucht, damit die Kühe nicht zu sehr von der Milch fallen. Bestimmt freut das auch die Futtermüller und ihre Verkäufer, denn in ihrem Sortiment gibt es bestimmt ganz gute Ergänzungsfutter um eine solche Situation zu überbrücken.  Dieser Umstand löste erneut eine Diskussion zu unserem Zügeltermin aus. Lasst euch überraschen, wann es dann wirklich „zBärg“ geht bei Mülleners.

Bis bald!

Vreni