Dieser Blogg hat lange auf sich warten lassen, aber im Moment ist wieder alles ein bisschen anders. Will heissen, das Käsekessi und die lieben Kühe geben nicht mehr den Ton an auf der Alp, dafür umso mehr im Tal. Es entscheidet sich fast von Tag zu Tag, ob ich auf der Alp bin oder im Talbetrieb helfe. Nächste Woche ist in Wald bei Schangnau Märit. Das setzt voraus, dass man im Talbetrieb ‚umds Huus ume’ ein bisschen Jättet und Putzt.

Aber auch auf der Alp wird fleissig gearbeitet, seien es die ersten Wintervorbereitungen oder die Vorbereitung für die Alpabfahrt in Schüpfheim 27.9.2014 (Vorbestellungen weiterhin unter der Nummer 034/493’32’16). Zudem haben die Wetterprognose einige Spätsommertage versprochen, somit wurde bei uns ‚Glischnet’ – das heisst, die ‚Lische’ wird gemäht. Das ist eine Grasnarbe, die die Tiere nicht gerne fressen, aber nächsten Sommer, wird sie dann als Streu dienen. Leider hat es am Montagabend, nachdem Ueli, Marcel und Maria gemäht hatten, ein kräftiges Gewitter gegeben. So dass, sich am nächsten Morgen der Mond in der Trittlöchern der Guschti spiegelte. Die gemähte Lische war also pfludinass, und so kann man sie nicht einbringen, denn sie würde nur faulen.

Heute bin ich wieder mal im Schwarzenburgerland zu Gast und habe meine Winterräder montiert, da ich am letzten Sonntag einen Stein überfahren habe. Der Pneu ist hinüber, deshalb habe ich jetzt gleich auf Winter umgestellt. Ja, wie ein Röiber den Berg hinunterfährt, der wird bestraft.

Das Gefühl wieder in den eigenen vier Wänden zu sein, ist zugleich schön und komisch. Einerseits freue ich mich sehr, wieder nach Hause zu kommen, zu meinem Gnuschgärtli und all meinen Pflanzen, wieder meine Ruhe zu haben und meine Zeit selber einteilen zu können. Andererseits kann ich es mir noch gar nicht vorstellen, wie es sein wird, ohne die Tiere und die damit verbundene Arbeit, ohne Gfellers, ohne die Alp… . Es ist fast wie vor der Alpzeit, nur eben ein bisschen anders. Aber nichts desto trotz freue ich mich wieder Floristin zu sein.

Ein bisschen ‚Floristin’ habe ich jetzt auch im Schangnau gelassen. Die erste Tochter von Loredana, durfte ich nämlich taufen. Das aufgeweckte Kalb hat einen schneeweissen Kopf und einen rehbraunen Körper und am Schwanz ein weisses Zipfeli. Und heisst jetzt ‚Picea’, das steht lateinisch für Tanne. Passt erstens zum Tannisboden, zweitens zu seiner Kollegin Palme und drittens ist es auch eine gute Voraussetzung, wenn eine Kuh robust wird, wie ein Tanne. Jaja so geht das. Am Freitag gehen dann die acht Braunviehguschtis wieder nach Hause, und mit ihnen auch die liebe Enzian. C’est la vie, ich kann ja schliesslich nicht mit einem Guschti nach Hause kommen.

Die drei Hennen sind übrigens auch wieder zu Hause. Letzten Mittwoch habe ich Esther geholfen sie einzuladen und dann ging es ab in ihre Heimat. Zu Hause wurden sie nicht nur von den Bauersleuten freudig begrüsst, sondern auch von einem herzallerliebsten Welpen, den hätte ich am liebsten mitgenommen. Letzhin beim Misten hat Esther gemeint, was meinst du, was erzählen unsere Hühner jetzt den Anderen. Wahrscheinlich was alles passiert, wenn man scheinbrütig ist. Was man als Alphuhn so alles für Leckereien fressen darf und wo die besten Verstecke sind, wenn man abends in den Stall soll. Wie es aussieht, werden nämlich auch nächstes Jahr einige Hennen den Tannisboden mit frischen Eiern beglücken.

Im Tal ist Herbst geworden. Die Trauben und Brombeeren meiner Vermieter sind reif, dem drüsigen Springkraut entströmt ein süsser schwerer Duft und bietet den fleissigen Insekten ein letztes Schlemmermenu.

 

Das Ende meiner ersten Alpzeit naht.

 

Ein riesen Merci an all euch treue Leser, dass war wäuts schön, das ihr mich durch den Sommer begleitet habt.

 

Und nicht vergessen, diesen Sonntag ist die Berner Alpkäsemeisterschaft in Zweisimmen. Und ja nicht vergessen:

27.September 2014, Alpabfahrt in Schüpfheim, besucht uns unserem Marktstand (alpabfahrt.ch)