Es Froueli wot ds Märit ga Klappe die 2.

Die 11. Schüpfheimer Alpabfahrt – und ich mit dabei. 

Für einmal hiess es noch, früh aus den Federn steigen – Geissen melken, Kiosk parat machen, letzte Sachen einoacken und dann ab in den Wald. Dort umsteigen, in Wiggen Jolanda ‘uflade’, weiter nach Schüpfheim. 

Schon während des Standausfbaus kam der erste Kunde. Es Bitzli Geisschäs. Versucherli mussten geschnitten werden. Während dem die geschmückten ‘Chüejer’ vorbeitrotteten, hatten auch wir Zeit zum Zusehen. Ein wunderbares Erlebnis – auch wenn es natürlich vorallem einen Touristenattraktion geworden ist, so zeugen die Inschriften auf den Treicheln doch von einer Zeit, in der dem Bauernstand eine andere Bedeutung zugemessen wurde. 

 

Wehmütig wird mir, weil es ein bisschen auch meine Alpabfahrt ist. Die Alpsaison 2014 kommt für mich zu einem Ende. Auf dem Tannisboden muss aber noch ‘glischnet’ werden, alles winterfest verstaut werden, irgendwann dann auch die Guschti zügeln, Zäune ablegen etc.

Zum Abschluss des Markttages, lädt uns Esther ins ‘Rössli’ Eschholzmatt ein. Zum Hexer. Als Znacht essen wir ‘Chlini Waudhäx’ und ich bestelle zum Dessert Gürmschglace und Arvenholzglace. Wer Stefan Wiesner nicht kennt, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, dort einmal ‘idschere’ – das ist ein WahnsinnsErlebniss. Da wird alles gekocht und probiert, was die Natur zu bieten hat. Gelebte Alchemie. Ausserdem gibt es Bärlappsporen zu kaufen – über dieses Hexenpulver habe ich ja bereits geschrieben. Und ich bin jetzt stolze Besitzerin davon.

 

Heute früh hiess es dann ein letztes Mal ‘Gissi mäuche’, ‘Chäubli’ – insbesondere Orchidee verabschieden, packen, in der Schönisey Überbrückungskabel abholen und ein allerletztes Mal Zmörgele mit Gfellers. Maria war bereits am Arbeiten, also habe ich mich mit ihr noch in Lützelflüh getroffen und durfte noch mit auf die Besamungstour. Pisa, Kreta und eine dritte Kuh hatten das Vergnügen. 

 

Ja. Jetzt geht es zurück nach Mamishaus. Ein schwerer Abschied. Einerseits bin ich froh, wieder zu Hause zu sein – andererseits schwingt auch immer ein bisschen Trauer mit, wenn eine so erfahrungsreiche Zeit zu Ende geht. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Und ich denke, dass ich auch nächsten Sommer dem Ruf der Berge folge, wohin es mich aber verschlägt, weiss ich noch nicht. 

 

Gniessit d’Sunne!