Einfach ein paar Worte…

Nun ist bereits mehr als ein Monat vorbei. Eine Zeit voller Eindrücke, Erfahrungen, Fehler, Momenten zum Lachen und Momenten zum Erfürchtig werden. Eine Zeit, die mich jetzt schon prägt.

Letzte Woche Freitag hatte ich meinen freien Tag. Da im Blumengeschäft von Monika Linder, Laupen, wo ich sonst arbeite, drei Hochzeiten anstanden – haben mir Gfellers frei gegeben, damit ich mich dort nützlich machen konnte. Und so hiess es Umdenken und wieder Floristin sein.

Es war zwar sehr schön, aber gleichzeitig ist es auch eine Herausforderung, einen Schnitt zu machen und wieder ganz einen anderen Tagesrhytmus zu haben. Immer wieder kamen Fehlermeldungen aus meinem Hirni. Schon noch amusant, wie schnell das Gewohnheitstier Mensch sich an neue Gewohnheiten gewöhnt… .

Item. Freitagabend war ich dann ziemlich ‚chnüttu’, und als ob Esther es gespürt hätte, kam auch schon ihr Anruf mit der Aufforderung, dass ich am Samstag erst zum Zmittag kommen müsse. Welch schöne Überraschung. Nicht, dass ich nicht mehr arbeiten möchte, aber es tat gut, einmal ein bisschen länger zu schlafen. Herrlich. Samstagmittag bin ich dann also mit Sack und Pack und Reto auf den Tannisboden zurückgekehrt.

 

Nach dem Zmittag durften wir bei optimalem Wetter ‚Bräggu ziehen’ gehen. Es war nicht zu kalt, nicht zu warm und ab und zu kam ein feines Rägeli zur Abkühlung. Eine Arbeit ganz nach meinem Geschmack, zudem macht es zu doppelt so viel Spass, wenn man zu zweit auf die Jagd gehen kann. Politisch sehr inkorrekt, haben wir die Streifen mit einer hohen Brägudichte, dann Gazastreifen getauft. Nicht lustig, ich weiss.

Nach Stall und Znacht haben wir den Abend dann mit einer Cervelat und einem Bier ausklingen lassen. Das ist ein Leben. (Wenn es einem gefällt.) Am Ende eines Tages sitzt man draussen, optimalerweise vor einem Feuer, hört die Glocken und Treicheln, sieht die Sonne langsam verschwinden, spürt und sieht an seinem Körper, was man den Tag durch getan hat. Brägu hat meine Hände wieder einmal so aussehen lassen, wie es ansonsten nur im Frühling der Fall ist. Ablenkung null. Die Gedanken können fliessen und das Herz ist offen. Perfekt. Anschliessend fällt man glücklich ins Bett, diesmal sogar mit Gutenachtmüntschi und freut sich auf den morgigen Tag.

Zwischenbilanz nach etwas mehr als einem Monat, ich mag das Alpleben immer noch. Es weckt etwas in mir, was mir vertraut ist. Das Draussen sein, das am Wetter ausgesetzt sein, das Arbeiten mit Tieren und der Natur – das alles, geniesse ich sehr. Natürlich tragen auch Gfellers einen grossen Teil dazu bei, in dem sie mir eine Art „geschützten Rahmen“ bieten. Alleine oder mit einem unerfahrenen Team, würde ich mir das keinenfalls zutrauen.

Gestern Sonntag war der Tannisboden wieder einmal von schönem Wetter gesegnet. So dass bereits um halb 9, der erste Wanderer den Weg auf den Tannisboden gefunden hat. Und später noch viele mehr. Unser ALP-KIOSK scheint zu funktionieren, wahrscheinlich auch, weil er keine Öffnungszeiten und Sonntage kennt. Ein hungriger Wanderer findet bei uns auch schon früh morgens eine Verpflegungsmöglichkeit. Dieses Angebot haben gestern auch meine Tante Christine und ihre Familie genützt. Ihre Wahl war Alpmutsch, Mostbröckli, chli Brot, ein Hohgantbier Himbeer und Kirsche, ein Znünichnebu und zum Dessert eine wunderbare Aussicht.

Unser Käsekeller wird voller und jeden Tag gibt es ein bisschen mehr zu tun. Jetzt ist auch schon der erste Raclettekäse reif für den Verkauf. Für alle die Raclette nicht nur von November bis Februar geniessen wollen, ist definitiv auch im Sommer herrlich, man braucht sich nur im Wetterbericht die Tage in der Agenda zu markieren, die mit dicken schwarzen Wolken gekennzeichnet werden.

 

Ig wünsche i di ganzi Schwiz e schöne Abe und häbit Sorg.

Kathrin