Es ist immer dasselbe und doch anders. Jedes Jahr am Abend vor dem Chästeilet geistern mir tausend Ideen durch den Kopf, was wir noch alles anstellen könnten um den grossen Tag noch schöner zu machen. Leider kommen mir die Einfälle immer etwas kurzfristig, da muss oft improvisiert werden. So war es auch dieses Jahr. Am späteren Abend konnte ich noch alle Anwesenden motivieren, mir zu helfen, einen „Meien“ für die Miss Site zu machen. So kam es, dass Fränzi am frühen Morgen eine Tanne auf den Kopf montiert bekam. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen! Leider konnten wir in der Hektik keinen hölzernen Melkstuhl mehr auftreiben und so trug Fränzi voller Stolz einen geschmückten Melkstuhl aus Plastik auf dem Kopf und posierte mit ihrer grossen „Treichel“ ganz anmutig auf dem Feld.

Pünktlich um zehn Uhr trafen die ersten Gäste ein. Es war kaum zu glauben, der Chästeilet fand an einem der wohl schönsten Tage in diesem Sommer statt. Wir waren überglücklich. Die Gäste konnten sich draussen, im Zelt oder in der Hütte einen Platz aussuchen, ganz nach Lust und Laune. Und schon bald folgte der nächste Höhepunkt für uns Sennen. Der erste Käse der Saison 2014 wurde angeschnitten und gekostet. Der Geschmack haut einen natürlich noch nicht gerade aus den Socken, ist der Käse doch noch sehr jung. Trotzdem mag ich den milden, frischen Käse ganz gerne.

Am Nachmittag durften wir viele Gäste – die meisten davon Stammgäste – verwöhnen. Ich will ja nicht übertreiben, aber der „Härdöpfel“-Salat finde ich jeweils superfein (damit habe ich zum Glück nichts zu tun). Schon bald wurden die ersten Fragen laut, ob denn eine Kuh den Alpabzug verpasst hätte. Da mussten wir kurz erklären, dass eine auserlesene Fachjury (bestehend aus uns Älplern) diese Kuh zur Miss Site gekürt hat. Fränzi ist vielleicht nicht die schönste und beste Kuh im Stall, ging aber immer brav zum Platz, war stets sauber und machte uns ganz im Allgemeinen keine Probleme. Da hat sie diesen Schmuck wahrlich verdient, darf aber wie die anderen noch ein paar Tage hier bleiben.

Viel zu schnell wurde es Abend und die Stallarbeit stand an. Wir genehmigten uns für einmal sogar ein Bierchen zum Melken. Aber psst… Nicht viel später trafen wir uns alle im Rundholz-Stübli zu einem Raclette wieder. Es hat uns unheimlich gefreut, durften wir unter anderen auch alle Nachbar-Älpler begrüssen. Im gemütlichen Rahmen ging der Tag zu Ende und es wurden noch bis spät die tollsten Älpler-Erlebnisse zum Besten gegeben. Herzlichen Dank an alle Besucherinnen & Besucher und an das ganze Team! Es war ein wunderbarer Tag.

Übrigens: Auf ganz wundersame Weise ist der grosse Holz-Bär an der Sparenmoos-Strasse am Tag vom Chästeilet immer verkleidet. Dieses Jahr stand er als Holzfäller auf seinem Sockel. Doch wer nur ist dafür verantwortlich? Vielleicht Fritz, unser guter Hausgeist?

Merci viumau!

Nadja & Team Site Alp