Wenn die Bauern im Tal bschüttä (also den Mist auf den Feldern verteilen), dann geht das mit Fass und Traktor und Druck. Der Städter rümpft chli die Nase, wenn er vorbei fährt und im Dorf nickt man einander zu: ah, dr Housi isch am bschüttä. Wisst ihr, wie bschüttä auf der Alp geht? Mit einem alten, wunderbaren Pumpmaschineli, viiiiielen Bschüttischläuchen und Funkgeräten.

Disi Wuche war ich auch dabei, beim bschüttä. Wir haben die Schläuche ausgerollt und zusammengedreht, wie eine lange farbige Schlange von der Hütte in die steilen Hänge hoch. Per Funk hat der Senn dem Zusenn das Startsignal gegeben, der hat das Pumpmaschineli bei der Hütte angelassen und die Bschütti gerührt. Lustig wars! Man muss die schweren vollen Schläuche dann immer wieder chli umhertragen und die Richtung ändern, damit man überall bschütten kann. Die braune Wiese ist dann scho chli schliferig und wer ausrutscht, der klebt dann…gäu Ruedi! Nach dem Bschüttä hatten wir ufaufäu chli mehr Sommersprossen als sonst.

Der Herbst kündet sich an, mi gspürts chli. Morgens ist es länger dunkel, am Mittwoch hatten wir den ersten Bodenfrost. Die Kühe geben weniger Milch, zwei sind scho trockengestellt – man muss im Stall no schneller vorwärts machen mit anrüsten und vormelken, parat sein fürs Umhängen der Melkmaschine. Jetzt gibt’s meistens nur noch einen Käse pro Tag. Der Keller füllt sich, wir sind fast schon bei 90 Käselaibern. Schön azluege! Und es riecht so gut!

Die Gäste kommen immer noch hoch, das Massenlager ist an den Wochenenden voll, die Terrasse auch. Manchmal haben sie derart Freude, dass sie gar nicht ins Bett wollen…die Abendstimmungen sind halt au schön. Und die Perseiden konnte man von der Alp aus wunderbar beobachten.

Am Samstag haben wir Besuch von einem Jodelkurs erhalten, die Teilnehmenden haben auf der Terrasse ihre Lieder geübt bei Alpenidlechöpfli und Suure Moscht. Spontan ganz schweizerisch, es hat gepasst!

Nächste Woche holen wir die Guschtis vom Stall ganz hoch oben am Stockhorn hinunter zur Alphütte. Dann ist fertig mit dem Einstallen oben. Da kommt chli Wehmut auf, auch wenn ich mängisch bieschte wenn die lieben Tierli keinen Wank machen auf meine Rufe und ich ganz nach oben stapfen muss um sie runterzutreiben in den Stall. Alle Gäste der Stockhornterrasse schauen dann neugierig zu und ich bin wohl auf manchem Handyfilmli zu sehen…

PS: Was die Älpler von der Alp Steistoss schreiben, das Aufklären gehört halt auch zum Job, da können wir beipflichten! Und mögen die Fragen noch so seltsam sein – jeder Gast, der mit mehr Wissen hinunter ins Tal geht, kauft vielleicht das nächste Mal seinen Alpkäse stolz auf dem Märit statt im Coop oder macht einen Spaziergang zum Hoflädeli im Quartier. Aufklärung lohnt sich!