Gestern war viel los auf dem Tannisboden. Eigentlich ist ja immer viel los auf dem Tannisboden. Item, wir lassen das jetzt mal so stehen. Noch vor dem Zmorge hat Esther mich ‚Schluck’ probieren lassen. So nennt man die gallertartige Masse, wenn die Milch zum ersten Mal dick wird. Ich liess mir erzählen, dass man im Berner Oberland es Tassli ‚Schluck’ zum Zmittag mit Nidle gegessen hat oder zum Teil immer noch isst. Lustige Konsistenz wird sich aber nicht zu meiner Leibspeise entwickeln. Wenn wir schon von Konsistenz sprechen, kommt hier ein kurzer Input von einem Melcher-Greenhorn. Beim Anrüsten ist es einerseits wichtig, dass man ‚gnue usezieht’ d.h. 2-3 Mal in den Vormelcher melcht, um zu kontrollieren ob alles in Ordnung ist und keine Euterentzündung vorliegt. ‚Zum ahäiche’ muss das Euter dann richtig ‚spennen’, auch wenn unsere Maschine selber noch ein bisschen anrüstet. Wenn es ‚spennt’ dann hat der einzelne Strich etwas die Konsistenz von einem gekochten Würstli. So habe ich mir es zumindest gemerkt. Wahrscheinlich werden hier jetzt einige von euch laut lachen.(…)

Zum Zmittag haben wir gestern Besuch von meiner Mutter und Beat gekriegt. Ausserdem hatte der Kursaal Bern eine Sitzung in der Älplerstube. Und quasi als Sahnehäubchen obendrauf kam auch Barbara, die ab August bei uns mitarbeiten wird, mit ihrem Partner Armin vorbei. Alle unsere Gäste waren reich beladen mit Aprikosen, Tomaten, Kirschen, Baslerläckerli und frischen Brot. Merci euch allen. Nach Zmittag und Kaffi ging es dann zu einer Alpbesichtigung, bei der Esther gewisse Eckpunkt erklärt hat. Seither sind ausserdem drei unsere Kuhdamen auf Facebook. Tja, die Zeit macht auch vor einer Alp nicht halt. Zwischen Abwaschen, vakumieren, Kühlschrank auffüllen und so weiter, wurde es dann irgendwie Abend. Im Stall durfte ich Maria beim Besamen von Firenze helfen. D.h. Kuhschwanz halten und ungefähr dafür sorgen, dass die Kuh gerade stehen bleibt. Damit vergrössert sich die Chance, dass es auch wirklich ein Kalb gibt. Wenn eine Kuh nicht stillhält, so ist es für den Besamer auch schwieriger zu Besamen. Maria lässt sich aber nicht so schnell entmutigen. Geübt wird die Prozedur vollzogen und obwohl es Firenze nicht wahnsinnig Freude bereitet, so lässt sie es doch über sich ergehen. Dafür ist sie nachher umso schneller auf der Weide. Sooli ich gehe jetzt mit Ueli zäunen, damit sich die Kalber und Geissen ein bisschen weniger versteigen. Heute Abend geht die Geschichte weiter. Nicht verpassen.