Nein, keine Angst, ich werde Ihnen nicht vorjammern, wie schlimm all die Kontrollen, Auflagen und Formulare sind (oder höchstens nur ein bisschen…). Das wäre wohl etwas gar trocken. Ich möchte aber erzählen, auf was es ankommt, schliesslich gehört es dazu. Gerade jetzt warte ich auf die Ergebnisse der Milch- und der Lebensmittelkontrolle.

Der Lebensmittelkontrolleur kommt einmal pro Sommer vorbei und schaut sich den Betrieb ganz genau an. Zuerst will er sich all die schriftlichen Selbstkontrollen (Verkauf/Gästebewirtung & Käserei), die Fabrikationskontrolle, die Zellzahlzettel der Milchkontrolle etc. anschauen. Die sind schön geordnet und komplett, das freut ihn – glaube ich – schon ziemlich. 🙂 Beim Rundgang durch den Betrieb nimmt er sogar die Taschenlampe hervor um die Sauberkeit der Milchannahme zu überprüfen. Im Kühlschrank wird die Temperatur aller Lebensmittel genau gemessen. Auch die handgeschriebenen Listen an den Kühlschränken mit den Temperatur-Messungen begutachtet er. Ebenso schaut er in den Stall und ist zufrieden, wenn Vormelkbecher, Eutertuch und Holzwolle vorhanden sind und immer verwendet werden. Schliesslich nimmt er Proben mit ins Labor um die Produkte zu prüfen. Das dauert eine Weile. Grundsätzlich haben wir nichts zu verbergen und in den letzten Jahren war immer alles in Ordnung, sodass wir keine Busse bezahlen mussten. Sauberkeit liegt auch in unserem Interesse, schliesslich kann sich niemand schlechten Käse leisten. Manchmal gibt es Kleinigkeiten, die wir verbessern sollten – was wir dann auch machen. Beispielsweise befindet sich die Toilette anscheinend etwas zu nah beim Verkaufskühlschrank. Eine weitere Tür davor sollten wir bei Gelegenheit einbauen… Es gibt Momente, da frage ich mich, warum etwas nicht mehr ganz optimal sein soll, wenn es schon seit Jahren genauso war. Aber da war es noch kein Problem?!

Wie auch immer, die Inspektoren sind auch nur ausführende Personen und ganz ehrlich – ich möchte diesen Job nicht machen. Ist es doch wirklich schwierig, aber eigentlich immens wichtig, überall die gleichen Massstäbe anzuwenden. Es bringt nichts, sich aufzuregen oder – noch schlimmer – dem Kontrolleur Schimpfwörter an den Kopf zu werfen. Wie in anderen Branchen auch, sitzt man am kürzeren Hebel und schneidet sich damit eher ins eigene Fleisch. Es ist angenehm, können wir “unserem” Kontrolleur auch kritische Fragen stellen und mitteilen, wenn wir etwas nicht verstehen oder nicht einverstanden sind.

Einmal im Monat kommt der Milchkontrolleur, Alfred, vorbei. Da geht es etwas gemütlicher zu und her. Von jeder Kuh nimmt er eine Milchprobe, die anschliessend im Labor ausgewertet wird. Ebenso wird die Milchmenge gewogen. Vor wenigen Augenblicken hat mir Mathilde, Simons Mutter, die Ergebnisse mitgeteilt. Wichtig für uns sind die Zellzahlen in der Milch. Sind es über 150’000 ist die Milch nicht mehr einwandfrei. Zum Glück sieht es gut aus und der Durchschnitt ist tief. Wir wissen aber, dass sich das auch ändern kann. Schliesslich gibt es bei 40 Tieren immer mal wieder Problemfälle…

Nun hoffen wir, dass der Sommer so problemlos weitergeht. Und verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht gegen die Kontrollen, es hat wohl alles seine Notwendigkeit. Stellen Sie sich vor, jeder könnte “wursteln” wie er wollte. Oder nein, wohl besser man stellt es sich nicht vor!

Ich wünsche Ihnen einen schönen, problemfreien Abend.

Nadja