A wie Alpkäse über S wie Solidarität im Chäschäuer bis Z wie Zügle

Wie bereits angekündigt wurden die lieben Kühe am Dienstagvormittag abgeholt und wieder ins Tal gebracht. Von den Uelis im Quadrat.

Ich durfte Esther bei der letzten Mutsch- und der allerletzten Käseproduktion der Saison helfen. Und durfte heute unter Anleitung sogar den ‚Bruch wäsche’. Damit wird der Fettgehalt im Käse gesenkt und dadurch seine Haltbarkeit erhöht, denn wie wir ja alle wissen, kann reines Fett ranzig werden, dass wäre beim Käse nicht so prickelnd. Übrigens: an alle Skeptiker von Mutsch. Der TannisbodenMutsch ist ein cremiger, halbharter Käse – mit einem gemütlichen aber doch würzigen Geschmack – ist nicht zu rezent, aber auch nicht zu fad. Ich würde ihn als einen Käse beschreiben, den die ganze Familie gerne verschlingt. Probieren geht bekanntlich über studieren. (Kommen Sie am 27.September 2014 an die Alpabfahrt in Schüpfheim – Vorbestellungen unter 034/493’32’16)

 

Wir waren beim Waschen, nach dem der Käse draussen war, hiess es Rollentausch – Ueli hat mit Esther die Käseherstellung fertig gemacht, ich bin dann mit Marcel und im Anhänger Pisa, Palme und Paula in den Talbetrieb gefahren, wo Maria bereits alle Kühe auf dem Trockenplatz angebunden hatte. Nun ging es wieder ans Waschen, nur diesmal kein Bruch, sondern eben die Alprückkehrerinnen.

Sauber und wohlig sind die Kühe schliesslich an ihre Plätze getrottet – manche ganz gemütlich, bei anderen musste es schneller gehen. Ist aber auch ein schönes Nachhausekommen, ein tiptop geputzer Stall, ein frisches Strohbett und Dank Maria und Marcel sogar noch frisches Gras in der Chrüpfe, wer sich da nicht gerne hinlegen möchte… . Nach einem Zmittag am Chuchitisch im Wald, machen Barbara und ich uns ans Jätten der Natursteinmauer. Selbstverständlich ohne Kletterschuhe, sondern mit Stahlkappenstiefeln, geht einwandfrei. Am späteren Nachmittag kehren wir dann auf den Tannisboden zurück, das heisst, Barbara, Zita und ich. Ueli lädt noch kurz einige Sachen ein und fährt dann zurück ins Tal. Nun sind wir auf uns gestellt. Die Geissen werden gemolken, die Kalber getränkt und schliesslich allesamt rausgelassen. Misten. Brunnen putzen. Mist verlegen. Hühner stallen und Chüngu päckle.

Es ist ruhig geworden auf dem Tannisboden, da die Kühe jetzt nicht mehr da sind, muss Esther oder Ueli zu Melkzeiten immer im Tal sein, also ist es im Moment ein Kommen und Gehen. Jeder der hoch-und runterfährt hat irgendein Transportgut geladen. Barbara und ich halten die Stellung oder fahren je nach anstehenden Arbeiten dann auch ins Tal (Da mein SUPERVOLVO jetzt wieder funktioniert, nachdem er eine Woche im Spital war. Er hat den bestmöglichen Zeitpunkt gewählt.)

 

Item. Auf der Alp kommen nach wie vor als erstes die Tiere, auch wenn es nicht mehr Viele sind, so wollen sie doch gut versorgt sein. Ab und zu ein Spaziergang zu den Guschti hingere um zu sehen, ob sie alle wohlauf sind. Ihre Herde wurde am Dienstag um 2 Braune vergrössert, die den Sommer bei unseren Nachbarn auf der Tannisbodensite verbracht haben. Herzlich willkommen, Amsel und Belinda. Ausserdem hat Maria gestern die fünf grössten Kalber Enzian, Wolga, Tulpe, Mina und Noblesse in die Guschtiweide gelassen. Jetzt sind sie also auch Halbwüchsige. Das die Post abgeht ist vorprogrammiert.

Die Geissen kommen eigentlich immer noch morgens nach Hause um sich melken zu lassen, und ein bisschen Gläck zu erhalten. Die kleineren Kalber bleiben oft länger draussen, es scheint als geniessen auch sie die Sonnenstrahlen, die sie sich reichlich verdient haben.

 

In der Fotogalerie findet ihr noch zwei Aufnahmen des Käsekellers, dieser wird am Montag ein bisschen leerer. Rund dreissig Laibe gehen in die Bergkäsereri Marbach, damit es Platz gibt für die Laibe vom Bauernhof Schwand. Das ist der Hof von Familie Gerber, die im Moment auf der Alp Baumgarten ist und denen die Emme ihr Talbetrieb schauerlich verwüstet hat. Und damit auch die Produktion der ersten Alpsommerhälfte hinfortgeschwemmt. In ihrem Keller kann natürlich der verbleibende Käse nicht gelagert werden, deshalb haben Ueli und Esther ihnen anerboten den Käsekeller im Wald zu nutzen. Auch wenn man es mittlerweile in den sämtlichen Medien mehrfach gehört hat, ich erwähne es gerne noch einmal – hier ist Solidarität keine Floskel, sondern wird täglich gelebt. Jeder gibt dem Anderen, was er geben kann. Ich denke viele würden sich so ein intaktes Dorfleben wünschen. Natürlich wird sicher auch getratscht und gewettert, aber wenn es Hart auf Hart kommt, so steht jeder für den Anderen ein. Bei eigentlich nur 934 Einwohnern hat die Gemeinde Schangnau 3 Beizen, verschiedene Garagen, zwei Metzgereien, drei Bäckereien und vieles mehr, was heute anderorts zusehends aus dem Dorfbild verschwindet.

 

Also ich geniesse jetzt noch die Abendstimmung und hoffe für euch alle, dass ihr das auch tun könnt. Morgen wäre ein idealer Tag um dem Tannisboden einen Besuch abzustatten, alle die bisher gewartet haben, wartet nicht mehr zu lange, es geht jetzt zügig und dann sind wir nicht mehr oben.

 

E liebe Gruss i aui Egge wo mi läse, tüet doch wider mau es Läbeszeiche i Form vomne Kommentar fo euch gä…